Musterdepot SIW 14/2020 am 01.04.2020

Bildnachweis: © Bildagentur PantherMedia / PhanuwatNandee.

Aktien-Musterdepot

Immer wieder erreichen uns Leserfragen, warum wir trotz unserer vorsichtigen Grundhaltung in den Musterdepots fast vollständig investiert sind. Zwar hatten wir das Musterdepot durch den Kauf unseres DAX-Puts auch in geringem Umfang abgesichert, aber die ehrlichste Antwort lautet, dass wir die Wucht und Geschwindigkeit mit der uns die jüngste Börsenkrise getroffen hat, dann letztlich doch unterschätzt haben. Allerdings sollte man spätestens dann, wenn schon alle in den Panikmodus umgeschaltet haben, nicht auch noch selbst mit umfangreichen Verkäufen nachlegen. Die Erholungsbewegung der letzten Wochen bestätigt diese Sichtweise. Diesen zweiten Fehler haben wir also nicht begangen. Denn wir sehen durchaus die Möglichkeit für eine regelrechte Fluchtbewegung in Aktien – den vielbeschworenen Crack-up-Boom (CuB) nach Ludwig von Mises –; dies umso mehr, je mehr Geld, Aufkauf- und Fiskalprogramme von Notenbanken und Regierungen auf den Weg gebracht werden. Gute Aktien lassen sich nämlich nicht beliebig vermehren, schlechtes Geld dagegen schon. Insofern fühlen wir uns mit unseren Depottiteln, die wir zu den besseren Aktien rechnen, im Moment auch gar nicht vollkommen unwohl. Es besteht nämlich die Gefahr, dass man bei einem echten CuB nicht mehr rechtzeitig auf den dann rasch beschleunigenden Zug aufspringen kann. Es ist sogar denkbar, dass dazwischen Bank- und Börsenfeiertage liegen, in denen gar kein Handel möglich sein wird. Ferner sollten wir nicht vergessen, welche Maßnahmen in der noch gar nicht so lange zurückliegenden letzten Großkrise, der sogenannten Finanzkrise 2008, diskutiert und ergriffen wurden. Unter dem Stichwort der Zyprisierung standen seinerzeit nämlich plötzlich nicht die Aktien, sondern die als sicher angesehenen Sparguthaben im Feuer.

Ganz konkret haben wir in der vergangenen Woche bei unserem Depotwert ProSiebenSat1 (WKN: PSM777; akt. Kurs: 6,60 EUR) bei einem Kurs von glatten 7,00 EUR die Reißleine gezogen. Es verbleibt ein schmerzlicher Verlust von rund 50%. Zudem haben wir unsere Absicherung via einem Short-Knockout-Zertifikat (WKN: TT06M7) bei 22,63 EUR aufgebaut (akt. Kurs: 22,30 EUR). Damit sichern wir etwa ein Drittel unseres Aktienbestandes ab. Sollten wir davon ausgehen, dass die Tiefs hinter uns liegen, würde diese Absicherung aber wieder schnell liquidiert werden.

 

Fondsmusterdepot

Wir haben am vergangenen Donnerstag unsere kompletten Positionen im DWS Invest Latin American Equities LC (130 Anteile, WKN DWS0VL) und im Schroder ISF Emerging Europe A (330 Anteile, WKN 933676) komplett verkauft. Dies vor allem um unsere größten Verlustbringer zu eliminieren und zweitens um die Cashquote etwas zu erhöhen.

 

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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