„Schuldner aller Euro-Länder, vereinigt Euch!“

Bildnachweis: © Bildagentur PantherMedia / Einar Muoni.

Über schlechte Ideen in schlechten Zeiten

Sie sind wieder da

Gerade Börsianer wissen, dass es nur wenige Gesetzmäßigkeiten gibt, auf die man sich wirklich verlassen kann. Anders als in Mathematik, Chemie oder Physik gerät der Boden des sicher Geglaubten immer dort recht schnell ins Wanken, wo wir es mit Menschen und deren Befindlichkeiten zu tun haben. Das gilt ganz besonders, wenn – wie in der Corona-Krise – die Lage unübersichtlich ist. Es ist nicht immer Dummheit, wenn altbekannte Schnapsideen plötzlich wieder als ultimative Lösungen für aktuelle Problemlagen präsentiert werden. Manchmal steckt dahinter auch ein geradezu machiavellistisches Kalkül, mit dem aus einer ordentlichen Krise schnell maximaler Nutzen gezogen werden soll. Panik, Zeitdruck und moralische Verpflichtung – vorzugsweise alles zusammen medial und künstlich angefacht – sind eine unschlagbare Kombination, wenn es darum geht, den Menschen etwas unterzujubeln, was nicht in deren Interesse ist und was sie bei genauer Betrachtung entsprechend auch gar nicht wollen würden. So sind unter dem Stichwort „Corona-Bonds“ plötzlich auch die notorischen Eurobonds wieder da. Saurer, alter Wein in frisch gestrichenen Schläuchen – je nach Standpunkt der Traum bzw. Albtraum einer Schuldenunion.

 

 

Anzeige
___________________________________________________________________

___________________________________________________________________

 

Strenge Rechnung, gute Freunde

Auf politischer Seite haben ein französischer und ein italienischer EU-Kommissar – Thierry Breton und Paolo Gentiloni – den Ball ins Rollen gebracht und damit die deutsche Kommissionspräsidentin von der Leyen kalt erwischt. Das eigentlich Bedenkliche und doch so Exemplarische an dieser Episode ist nicht nur, dass aus Brüssel bislang wenig Praktisches zur Bewältigung einer Krise kam, die sich unter dem Eindruck der Shutdowns von einer Gesundheits- zu einer Wirtschaftskrise zu wandeln scheint. Das Bedenkliche und Exemplarische ist vielmehr, dass erstens in dieser Krise sofort Verteilungskämpfe zwischen den Nationen aufbrechen, der viel beschworene europäische Geist in der Praxis also weiter mit strengem Stallgeruch weht. Was zweitens auffällt: Die medial besonders präsenten „Lösungen“ haben wie selbstverständlich eine starke Schlagseite Richtung schwammiger Vergemeinschaftung und einer Delegierung der Verantwortung ins Brüsseler Nirgendwo, was die Parolen von „Mehr Europa“ und „europäischer Solidarität“ auf den schlichten Imperativ „Michel zahl!“ zusammenschnurren lässt. Und genau das schafft eben keine tragfähige Gemeinschaft, sondern sorgt für strukturelle Zwietracht – außer vielleicht bei denen, die zum deutschen Steueraufkommen ohnehin nichts beitragen. Es heißt nicht umsonst: Strenge Rechnung, gute Freunde.

 

 

Anzeige
___________________________________________________________________

Die „goldenen Zwanziger“ starten jetzt – Machen Sie mehr aus Ihrem Geld

Wie soll ich mein Geld vor Wertverlust durch Null- und Negativzinsen sowie expansiver Geldpolitik schützen? Edelmetalle wie Gold und Silber bieten den bestmöglichen Schutz gegen überbordende Schulden und den damit einhergehenden Wertverlust des Euros sowie Inflation. Derzeit befindet sich der Goldpreis auf einem Höhenflug. Bereits zu Beginn des Jahres stieg er auf Rekordniveau. Auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre sind sich Finanzexperten einig, dass es in allen Fiat-Währungen einen deutlich höheren Goldpreis geben wird.

Mit dem bewährten SOLIT Edelmetalldepot werden Ihre Edelmetalle in einem Hochsicherheitstresor in der Schweiz zollfrei für Sie verwahrt. Bauen Sie Schritt für Schritt Ihren physischen Gold-, Silber-, Platin- bzw. Palladiumbestand aus: mit dem SOLIT Edelmetalldepot:

  • Sparplan bereits ab 50 EUR monatlich, Einmalkauf ab 2.000 EUR möglich
  • Mehrwertsteuerfreier Kauf von Silber, Platin und Palladium
  • Einkaufsvorteil durch Erwerb von Großbarren
  • Frei wählbare Aufteilung auf Gold, Silber, Platin und Palladium mit jederzeitiger Tauschfunktion
  • Kein Haftungs- oder Insolvenzrisiko
  • Jederzeit voll und teilweise kündbar – auch als Auszahlplan konfigurierbar
  • Vierteljährliche Inventur durch unabhängigen Wirtschaftsprüfer
  • Volle Transparenz durch Barrenlisten mit Herstellerangaben und Seriennummern
  • Mit der SOLIT Edelmetall-App alles im Blick

Schützen Sie Ihr Kapital – informieren Sie sich jetzt zum SOLIT Edelmetalldepot.

__________________________________________________________

 

 

Corona-Spezial Teil 2

Nachdem wir letzte Woche eine große und ausschließlich positive Resonanz auf das persönliche Corona-Spezial von Ralf Flierl erhalten haben, hat der Smart-Investor-Chefredakteur in dieser Woche noch einmal nachgelegt und versucht sich im Corona-Spezial Teil 2 einen Reim auf die vielen Ungereimtheiten des Corona-Shutdowns zu machen.

 

 

Anzeige
____________________________________________________________________

___________________________________________________________________

 

 

 

Zu den Märkten

Die Märkte auf kurze Sicht prognostizieren zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. In dieser Situation ganz besonders. Zielführender ist es da, den Ist-Zustand zu lesen, um daraus einige Schlussfolgerungen für die nähere Zukunft zu ziehen. Dies freilich gelingt umso eher, je mehr man sich in einer Standardsituation befindet, für die es in der Historie bereits viele Beispiele gibt und die von daher eine zumindest statistische Standarderwartung zulässt. Genau dies ist allerdings aktuell nicht der Fall, denn der Corona-Crash gehört zu den extrem seltenen Phasen eines massenhaften und nahezu unterschiedslosen Abverkaufs an den Aktienmärkten. Einige mögliche Profiteure, die sich bislang auch recht wacker geschlagen haben, stellen wir übrigens in Smart Investor 4/2020 mit unserem Artikel über „Corona-Aktien“ vor. Doch zurück zum Gesamtmarkt: Heute wollen wir wieder einmal den DAX unter die Lupe nehmen (vgl. Abb.). Zuletzt deutete sich hier eine Stabilisierung an, die sich auch aus der beobachteten Abfolge höherer Tiefs und höherer Hochs ergibt (grüne Markierungen). Das allerdings sollte man nicht überinterpretieren, denn auf der höchsten Zeitebene sind wir noch rund 3.500 Punkte von einem höheren Hoch entfernt. Das Ganze könnte sich also als eine Art keilförmige Korrekturbewegung (blaue Linien) erweisen, deren Standarderwartung dann tatsächlich eine Wiederaufnahme des Abwärtstrends durch einen erneuten Ausbruch nach unten wäre. Aber wie bereits angedeutet, befinden wir uns in einer außergewöhnlichen Lage, die vor allem auch durch gewaltige externe Impulse gekennzeichnet ist. Diese können den Markt jederzeit treffen und werden dann von den Marktteilnehmern entsprechend abgearbeitet bzw. eingepreist.

 

Löchrige Angelegenheit

Was derzeit vielleicht am auffälligsten am DAX-Chart ist, sind die zahlreichen Kurslücken bzw. Gaps. Die entsprechenden Kurslöcher sind im Chart durch Dreiecke markiert, die dann gefüllt wurden, wenn die Kurslücke durch ein erneutes Überstreichen des Bereichs geschlossen wurde (vgl. Abb.). Man sieht deutlich, dass vor allem die Kurslücken in der Frühphase des Abwärtstrends noch überwiegend offen sind, was eine Interpretation als sogenannte Break-Away-Gaps zulässt. Diese definieren einen neuen, in diesem Fall abwärts gerichteten Trend. Dass sie noch zeitnah geschlossen werden, erscheint aus heutiger Sicht ausgeschlossen. Bemerkenswert bleibt allerdings die bloße Anzahl der Gaps. Schon in marktschweren Einzeltiteln sind Gaps eher selten, in Blue-Chip-Indizes wie dem DAX sind sie aufgrund der Ausgleichseffekte zwischen den Einzelaktien in Normalzeiten eine Rarität. Das ist auch schon die erste Erklärung: Dies sind keine normalen Zeiten. Genauer gesagt schwindet während starker Baissen das Eigenleben der Titel, wodurch die Ausgleichseffekte geringer ausfallen. Der zweite Effekt scheint zu sein, dass wesentliche Impulse für den deutschen Markt derzeit außerhalb der eigentlichen Handelszeiten erfolgen, namentlich aus den USA, und erst mit der Aufnahme des Handels am Folgetag nachvollzogen werden. Der Schlüssel für die Auflösung dieser Situation liegt also – so oder so – in Amerika.

 

Musterdepot Aktien & Fonds

In unserem Aktien-Musterdepot trennen wir uns heute von einer Position zur Liquiditätsbeschaffung. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

 

Smart Investor 4/2020

In der Titelstory des aktuellen Smart Investor 4/2020 dreht sich alles um die „Kernschmelze“ an den Aktienmärkten. Wir beleuchten die wenigen Gewinner der Großkrise und zeigen, dass es auch noch ein Leben außerhalb von Corona gibt, beispielsweise in unserem Report über Russland oder beim großen Vergleich der Online-Broker. Und wir berichten über die nachteiligen Steueränderungen für private Aktionäre und Derivatehändler. Manche Gefahr kommt eben nicht aus dem fernen China, sondern direkt aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Das und vieles mehr in der aktuellen Ausgabe.

 

 

Smart Investor 4/2020

Titelstory: Kernschmelze

Corona-Aktien: An vorderster Front
gegen die Seuche

Venezuela: Über eine tote Idee,
die nicht sterben will

Metalle: Physische Power
in wackligen Zeiten

 

 

Fazit

Nicht nur an den Märkten versprechen die nächsten Tage noch einmal richtig spannend zu werden. Insbesondere durch die handelsfreie Zeit an Ostern kann es im Vorfeld oder Nachgang noch einmal zu Turbulenzen kommen

Ralf Flierl, Ralph Malisch

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Publikation oder der Smart Investor Printausgabe von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.


Abonnements:
Ein kostenloses zweimonatiges Kennenlern-Abo des Magazins Smart Investor kann unter
Smart Investor Abonnements angefordert werden.Das Magazin:
Das aktuelle Inhaltsverzeichnis des Smart Investor Magazins können Abonnenten unter Smart Investor Ausgabe 2/2020 einsehen.

E-Mail-Versand:
Sollten Sie den E-Mail-Versand abbestellen wollen, so benutzen Sie bitte den Abmelde-Link unter dem Newsletter bzw. schicken uns eine E-Mail mit dem Betreff “Abbestellen des SIW” an weekly@smartinvestor.de.

Unsere Datenschutzerklärung finden sie hier. Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

Jetzt Probe-Abo sichern!

 

Im Probeabo erhalten Sie kostenlos zwei Ausgaben des Smart Investor. Sofern Sie nicht binnen zwei Wochen nach Erhalt der zweiten Ausgabe kündigen, wandelt sich das Probeabo automatisch in ein Jahresabo Classic + Online zum Gesamtpreis von derzeit 64,- Euro innerhalb Deutschlands bzw. 84,- Euro im Rest der Welt (Zustellung per Luftpost); es enthält die monatliche Ausgabe des Smart Investors (12 Ausgaben für 61,- Euro bzw. 81,- Euro inkl. Versandkosten) sowie den Online-Zugang unter smartinvestor.de zu allen je erschienen Ausgaben (für 3,- Euro). Das Abonnement verlängert sich um jeweils ein Jahr, wenn es nicht bis sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wird.

Bei fristgerechter Kündigung des Probeabos entstehen keine weiteren Verpflichtungen.

Abonnements

  • Hiermit informieren wir Sie über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch die Smart Investor Media GmbH und die Ihnen nach der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) zustehenden Rechte. Zu den Informationen