Stubenarrest

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Wie die Interessenslage rund um den Shutdown perspektivisch auseinanderfällt.

Wie in Kindertagen

Es ist ein bisschen wie in Kindertagen. Wir sitzen in einer Art Stubenarrest und versuchen durch eigenes Wohlverhalten ein baldiges Ende der Zwangsmaßnahmen herbeizuführen. Wie in Kindertagen hängt aber das Ende der Beschränkungen gar nicht primär von unserem eigenen Verhalten ab, sondern von den Gedanken und Entscheidungen Dritter und – wenn man so will – von „den Umständen“. Streng genommen sind es auch gar nicht die Umstände selbst, sondern deren Interpretation – und die hat es beim Thema Corona in sich. Manch einer hat in den letzten Tagen mit Staunen entdeckt, dass es im Lande mehr als nur einen Virologen und damit fast zwangsläufig auch mehr als nur eine Beurteilung der Lage gibt. Für die Menschen ist diese Erkenntnis dennoch ohne praktischen Nutzwert. Denn ganz egal, wem sie Gehör schenken, es ist die Regierung, die über ein Ende der anhaltenden massiven Einschränkung der Freiheitsrechte entscheidet, oder eben diese Entscheidung vertagt. Spätestens da dämmert es uns, dass die dies keine fernen Erinnerungen an Kindertage sind, sondern dass wir unvermittelt wieder in einer vollends bevormundeten Kinderexistenz gelandet sind: Tue dies, lass‘ jenes! Basta.

 

 

 

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Die Partei hat immer Recht?

Heute kamen also die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten virtuell zusammen, um zu entscheiden, was künftig das Beste für uns sein wird. Wenn man die Entwicklung der Corona-Krise noch einmal Revue passieren lässt, dann mögen an der höheren Weisheit und Einsicht der Politik durchaus Zweifel aufkommen. Im Prinzip sehen wir hier erneut Muster und Elemente, die sich auch schon in vergangenen Krisen zeigten: So wird die jeweilige Auffassung zur Lage und das daraus abgeleitete Maßnahmenpaket von den Regierenden zumindest implizit als alternativlos dargestellt. Abweichende Lagebewertungen werden dann von dienstbeflissenen „Faktencheckern“ als „Verschwörungstheorien“ gebrandmarkt. Wäre die Lage nicht so bedrückend, es wäre fast schon wieder lustig, denn es war die Regierung, die ihre Einschätzung der Lage im Verlauf um 180 Grad gedreht hat: Während in der Anfangsphase Warnungen vor dem Virus noch als unverantwortliche Panikmache galten, werden heute nachdenklichere Töne als nicht weniger unverantwortliche Verharmlosung der Lage eingestuft. Wohl gemerkt – und das wissen wir als Börsianer nur zu genau – es geht nicht darum, dass sich Situationen ändern und man seine Einschätzung vor dem Hintergrund solcher Veränderungen überprüft und gegebenenfalls anpasst. Und es geht noch nicht einmal darum, dass der jeweilige Kenntnisstand, der oft genug nicht mehr als eine Momentaufnahme in einem andauernden Prozess darstellt, so verkündet wird, als würde da der Papst höchst selbst sprechen. Es geht darum, dass auf dieser Basis tief in die Grundrechte der Bürger eingegriffen wird und dass jeder Eingriff in diese Grundrechte so sparsam und begrenzt wie nur irgend möglich zu erfolgen hat. Denn diese Grundrechte, sind eben nicht etwas, was der Staat den Bürgern gnädiger Weise bei guter Führung als Zuckerl verteilt und auch jederzeit wieder wegnehmen kann, sondern unveräußerliche, verfassungsmäßig garantierte Rechte, deren zeitweise Einschränkung schon einer sehr stichhaltigen Begründung bedarf, zumindest bedürfen sollte.

 

 

 

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„Mutti und die starken Männer“

Insofern ist nach unserer Auffassung auch zwingend und kontinuierlich zu prüfen, ob bestehende Einschränkungen grundsätzlich zielführend sind und ob sie angesichts einer gegebenen bzw. veränderten Lage noch verhältnismäßig sind. Heute ist bzw. war ein solcher Prüfungstag, dessen Ergebnis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe allerdings noch nicht feststand. Das „Corona-Kabinett“ unter Angela Merkel, was wohl nicht von ungefähr ein bisschen wie Kriegskabinett klingt, sprach sich im Wesentlichen für eine Beibehaltung der „Kontaktsperre“ bis 3. Mai aus. Lockerungen soll es demnach nur in Teilbereichen geben, etwa bei Läden bis zu 800qm Fläche – ein willkürlicher Wert. Entscheidend sind in der Frage aber die Ministerpräsidenten, da die Grundrechtseinschränkungen nicht vom Bund, sondern von den Ländern vorgenommen wurden und werden. Und hier spielen nun leider Aspekte in die Entscheidungsfindung mit hinein, die überhaupt nichts mehr mit Gefahrenabwehr zu tun haben. Natürlich ist es den Politikern nicht verborgen geblieben, dass die Umfragewerte der Regierenden im Zuge der Krise durch die Decke gegangen sind. Ein Politiker müsste sich schon sehr dumm anstellen, um in einer solchen Situation nicht vom Amtsbonus zu profitieren. Und da es demnächst zwei wichtige Funktionen zu besetzen gilt, die des CDU-Vorsitzenden und später auch die des CDU-Kanzlerkandidaten, dürfte es schon einen gewissen Anreiz geben, sich als „starker Mann“ in Szene zu setzen. Und wie, um diese Auffassung zu bestätigen, ist es um Friedrich Merz, der aktuell kein politisches Amt mit unmittelbarer Handlungsoption innehat, im Vergleich zu seinen Mitbewerbern auffallend still geworden.

 

 

Zu den Märkten

Dass es heute wohl nicht zu größeren Lockerungen kommen wird, hat den zuletzt allzu forschen Aktienmarkt dann heute doch unter Druck gebracht. Nach dem Börsencrash folgte bekanntlich die Bärenmarktrally, die zuletzt wohl auch von solchen möglichen Lockerungen getragen wurde. Dabei war es das Abflachen der Todeszahlen bzw. die erwartete Abflachung, die weltweit die Hoffnung auf eine Normalisierung genährt hatte. Märkte bzw. die Marktteilnehmer versuchen zwar künftige Ereignisse einzupreisen, wie nah sie sich dabei aber an die Zukunft herangetastet haben, ist in der Regel nicht zu erkennen. Deshalb ist es gelegentlich ziemlich überraschend, wenn Kursbewegungen mit längst bekannten Ereignissen begründet werden bzw. wenn relevante Ereignisse nicht mehr zu Kursbewegungen führen. Weil der Zusammenhang zwischen Ereignis und Kursbewegung eher loser Natur ist, stellt sich oft die Frage, ob ein Ereignis bereits in den Kursen steckt, oder noch nicht. Selbst in der Breite des Gesamtmarktes war die Rally der letzten Wochen eindrucksvoll. Das legt den Schluss nahe, dass inzwischen auch schon wieder einige positivere Szenarien in den Kursen enthalten waren. Was dem Markt aber nun zunehmend Momentum nehmen sollte, ist nicht nur die Keilformation, die wir an dieser Stelle schon in der Vorwoche beschrieben haben. Zwar ging es seitdem noch einmal kräftig nach oben weiter, allerdings nur innerhalb dieses Keils (vgl. Abb.).

Solange die Kurse stiegen, werden neue Käufer angelockt, während die Aktieninhaber entsprechend wenig Neigung zum Ausstieg verspüren. Ein Handelstag wie der heutige (schwarze Abwärtskerze mit einem Minus von 3,9%), kann dann bei beiden Seiten des Marktes eine schlagartige Veränderung der Perspektive bewirken: Jetzt sind es plötzlich die Aktieninhaber, denen die Kurse davonlaufen – und zwar nach unten –, während es potenzielle Käufer mit einem Einstieg nicht mehr eilig haben. Sollte der negativ zu interpretierende Aufwärtskeil (vgl. Abb., blaue Linien) unter rückläufigen Umsätzen dann auch noch nachhaltig gebrochen werden, hätten die Bären ein starkes technisches Argument auf ihrer Seite. Auch fundamental könnte es noch zu einer Belastungsprobe kommen: Denn die Unternehmensberichte zum ersten Quartal sind die ersten mit deutlicher Corona-Infizierung. Nur eine Handvoll Unternehmen wie der Onlinehändler Amazon oder das Streamingportal Netflix werden dabei zu den (relativen) Profiteuren gehören. Bei den anderen wird dagegen mit teilweise extremen Bremsspuren zu rechnen sein. Sind diese bereits eingepreist? Möglich, aber da die Marktteilnehmer in den vergangenen Wochen mit der technischen Erholung beschäftigt waren und die Kurse weit nach oben getragen wurden, sind negative Überraschungen nun wieder um einiges wahrscheinlicher geworden.

 

Musterdepot Aktien & Fonds

In unserem Aktien-Musterdepot berichten wir heute von einem Verkauf zur Liquiditätsbeschaffung. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

 

Smart Investor 4/2020

In der Titelstory des aktuellen Smart Investor 4/2020 dreht sich alles um die „Kernschmelze“ an den Aktienmärkten. Wir beleuchten die wenigen Gewinner der Großkrise und zeigen, dass es auch noch ein Leben außerhalb von Corona gibt, beispielsweise in unserem Report über Russland oder beim großen Vergleich der Online-Broker. Und wir berichten über die nachteiligen Steueränderungen für private Aktionäre und Derivatehändler. Manche Gefahr kommt eben nicht aus dem fernen China, sondern direkt aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Das und vieles mehr in der aktuellen Ausgabe.

 

 

Smart Investor 4/2020

Titelstory: Kernschmelze

Corona-Aktien: An vorderster Front
gegen die Seuche

Venezuela: Über eine tote Idee,
die nicht sterben will

Metalle: Physische Power
in wackligen Zeiten

 

 

Fazit

Zwar haben wir die Osterzeit vergleichsweise friedvoll überstanden, die Corona-Krise und die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen werden jedoch noch einmal in die Verlängerung gehen. Mit dem weiteren Abflauen der Pandemie wird nicht mehr Gesundheit, sondern die vollständige Wiederherstellung der bürgerlichen Freiheitsrechte zum dominanten Thema werden und da werden freiheitsliebende Bürger perspektivisch wohl auf Gegenwind aus der Politik stoßen. Im neuen Smart Investor 5/2020 werden wir uns noch einmal intensiv mit der Corona-Krise sowie mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie und der Abwehrmaßnahmen beschäftigen. Lesen Sie dazu bitte auch das Interview mit Professor Daniel von Wachter, der einen rationalen Umgang mit dem Thema anmahnt. Hinsichtlich der Märkte werden die Kapriolen beim Ölpreis und natürlich jene Aktien eine Rolle spielen, die in der aktuellen Situation für Anleger noch bzw. wieder attraktiv sind.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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