Eigennützige Helfer

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Staatsgeld mit Haken und Ösen

Null Bock

Diese Woche hätte eigentlich eine weitere Bund-Länder-Runde in Sachen Corona stattfinden sollen. Aber schon im Vorfeld war aus dem Umfeld der Kanzlerin zu hören, dass Merkel sich das vorerst nicht mehr antun wolle. Ja, was will man machen, wenn die Kanzlerin keinen Bock hat?! Schon Kanzleramtschef Braun war mit seinen Bemühungen im Wesentlichen gescheitert, eine gemeinsame Linie der Länderchefs festzuzurren. Angesichts einer täglich rückläufigen Bedrohungslage war die Bereitschaft zu einem gemeinsamen Handeln jedoch gering. Die Pole bildeten der thüringische Regierungschef Ramelow (Die Linke), der den Lockdown wohl am liebsten sofort beendet hätte, und Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU), der jene als „im besten Fall naiv“ bezeichnete, die so etwas forderten. Die Schere zwischen den verschiedenen Corona-Regelungen der Bundesländer wird sich also öffnen. Ein „Wildwuchs“ ist das dennoch nicht, jedenfalls kein größerer, als er bereits jetzt innerhalb einzelner Bundesländer besteht, wo etliche Regelungen fragwürdig, wenn nicht vollkommen willkürlich und widersprüchlich erscheinen. In dem (experimentellen) Auseinanderlaufen der Regelungen liegen tatsächlich große Chancen, wie praktisch in jeder anderen Konkurrenzsituation auch. Das ist keineswegs zynisch, sondern eigentlich die angezeigte Vorgehensweise, solange man sich auf derart unsicherem Terrain bewegt – Versuch und Irrtum auf einer dadurch verbreiterten Datenbasis. Denn beide Seiten – Befürworter und Gegner eines fortgeführten Lockdowns – können honorige und höchst respektable Zeugen für ihre Sichtweise aufbieten. Gefühlt, neigt sich die Waagschale derzeit sogar deutlicher in Richtung der Lockdown-Gegner, und das hat nicht nur damit zu tun, dass immer mehr Videos aufgetaucht sind, in denen sich Politiker selbst an genau jene Maßnahmen nicht halten, die sie der Bevölkerung zumuten. Unabhängig davon gehört es zur Redlichkeit, dass auch der Lockdown nach seriösen Schätzungen Todesopfer fordert, und zwar ganz abgesehen von den verursachten wirtschaftlichen Schäden.

 

 

 

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Geld gegen Mitsprache

Je nach Branche hatten wir es über viele Wochen mit irgendetwas zwischen unerwarteter Sonderkonjunktur, Notbetrieb und totalem Stillstand zu tun. Wie sich in aggregierten Wirtschaftszahlen zeigt, überwogen die ökonomischen Verlierer bei weitem. Entsprechend sichtbar sind die Krisenmeldungen, entsprechend laut der Ruf nach (Staats-)Hilfe. Fast exemplarisch ist das Tauziehen um die Staatshilfe für die schwer angeschlagene Lufthansa. Die größte, sicherlich berechtigte Sorge bei einem Staatseinstiegs dreht sich um Einschränkungen der unternehmerischen Freiheit. Das reicht von Flugzeugbestellungen über Arbeitsplätze bis zu Grundsatzfragen des Luftverkehrs. Die Vorstöße aus der Politik gegen die Luftfahrt waren im Rahmen der Klimapolitik schon bislang vielfältig. Künftig säße die Politik dann auch noch als Anteilseigner mit am Tisch. Man kann sich leicht ausmalen, wie Unternehmen, die am Staatstropf hängen, künftig politisiert und auch politisch missbraucht werden. Wenn aber die Wirtschaft zum verlängerten Arm der Politik wird, kann sie ihre ureigensten Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Die freundliche Hilfe hat also einen hohen Preis, mal ganz abgesehen davon, dass sie über Steuern letztlich doch wieder von den Bürgern und Unternehmen selbst bezahlt wird. Ordnungspolitisch ist der Staat als Unternehmer ohnehin eine Katastrophe. Selbst beim Mittelstand wird die Politik wohl einen Fuß in die Tür bekommen – und ein Mittelständler hat der Bürokratie nicht annähernd so viel entgegenzusetzen wie ein Großunternehmen. Der Staat scheint gleichzeitig von einem Helfersyndrom und von Hyperaktivität befallen zu sein. Die Gefahr, dass unser Wirtschaftssystem perspektivisch noch enger mit der Politik verwoben werden soll, ist dabei nicht von der Hand zu weisen. Denn wem so freundlich und unbürokratisch geholfen wurde, der verspürt doch ganz sicher das Bedürfnis, die Politik nun seinerseits bei deren Lieblingsprojekten zu unterstützen, oder?! Das ist nicht sonderlich weit hergeholt. Schon jetzt werden die Stimmen lauter, wonach Unternehmen nur unter bestimmten politischen Vorzeichen Hilfen gewährt soll. Der eigentliche Treppenwitz besteht allerdings darin, dass die aktuelle Hilfsbedürftigkeit der Unternehmen überhaupt erst durch das energische und möglicherweise überzogene politische Handeln entstanden ist.

Kommt der Crack-up-Boom?!

Der Staat als „Gönner“ und Mitunternehmer ist allerdings nicht der einzige Einfluss, den die Politik derzeit auf die Wirtschaft ausübt. Während die Regierungen die Unternehmen stützen und versuchen mit klassischen Fiskalstößen die Konjunktur wieder anzukurbeln, drucken die Notenbanken Geld als gäbe es kein Morgen. Dieses „Staatsgeld“ erweist sich in der Praxis sogar als besonders problematisch. Denn, während die Regierenden „Öffnungsdiskussionsorgien“ (Merkel) und „Hopplahopp-Orgien“ (Söder) imaginieren, schließen sie vor den tatsächlich stattfindenden Gelddruckorgien die Augen. In der Titelgeschichte des neuen Smart Investor 6/2020, der zum Wochenende erscheint, widmen wir uns daher ausführlich einer möglichen Folge solcher Gelddruckerei, dem „Crack-up-Boom“ (CuB). Langjährige Leser werden sich erinnern, und für die neuen Leser geben wir gleich selbst den Hinweis, dass das Thema Crack-up-Boom schon einmal Titelgeschichte unseres Magazins war: Das Cover der Ausgabe 4/2009 zierte jenes ziemlich bekannt gewordene Bild, welches das Wesen dieses besonderen Booms verdeutlicht: Während die Preise nominal unaufhörlich klettern, ist die Realwirtschaft auf dem absteigenden Ast und geht am Ende buchstäblich vor die Hunde. Es war kein Zufall, dass wir mit dem Thema einen Monat nach dem Tiefpunkt der 2008/09er Finanzkrise an den Markt gegangen waren – zu einer Zeit also, als viele sich noch gar keinen Boom, welcher Art auch immer, vorstellen konnten. Eine, von den Notenbanken durch übermäßige Geldschöpfung erzeugte Scheinblüte mag die realen Probleme eine Weile kaschieren und sie wird sogar neue Begehrlichkeiten wecken, aber das Ende wird höchst unerfreulich sein, weshalb die deutsche Bezeichnung dieses Booms auch zutreffend „Katastrophenhausse“ lautet.

Freuen Sie sich auf den Smart Investor 6/2020  

Im neuen Smart Investor gibt es allerdings noch sehr viel mehr zu entdecken als den Crack-up-Boom. Beispielsweise beschäftigen wir uns in der Rubrik „Österreichische Schule“ mit der Zombiewirtschaft, wenn man so will, ein Überbleibsel der letzten und noch immer anhaltenden Systemrettung durch Staat und Notenbanken. Warum in dieser Situation Gold ein echtes Must Have ist, erläutert uns Egon von Greyerz, einer der langjährigsten Kenner der Edelmetallszene. Daneben widmen wir uns in der Juni-Ausgabe traditionell dem Thema „Beteiligungsgesellschaften“. Neben einer umfangreichen Tabelle mit allen wichtigen Kennzahlen stellen wir Ihnen die interessantesten Titel aus den Bereichen Small Caps, Large Caps und International vor.

 

 

 

Zu den Märkten

Einen Vorboten des CuB sehen wir aktuell vielleicht schon an den Märkten. Während die Realwirtschaft unter den Lockdown-Maßnahmen ächzt, treibt billiges Geld die Kurse bereits wieder in ungeahnte Höhen. In der letzten Woche haben wir das Phänomen anhand des NASDAQ-100 gezeigt, der mit den hochgewichteten und bestens performenden FAANG-Aktien einen Vorlauf hatte. Heute betrachten wir den DAX, der gegenüber seinem Zwei-Wochen-Tief mehr als 1.500 Punkte zulegen konnte. Ist das nachhaltig? Unter normalen Umständen auf gar keinen Fall. Dazu muss man sich nur ansehen, wer den Aufschwung in den letzten Tagen angeführt hat. Es waren im Wesentlichen die Problemkinder der Corona-Krise. Diese nähren sich im Moment von der Hoffnung auf eine Normalisierung der Situation. Auch mehr und mehr Bürger machen sich für das „alte Normal“ stark, das aber noch in weiter Ferne liegt. Aber selbst, wenn wir zurück in die Vor-Corona-Welt kämen, werden die Schäden in den Zahlenwerken der Unternehmen damit noch nicht geheilt sein. Der frühere ifo-Präsident Prof. Hans-Werner Sinn sprach jüngst in einem Interview mit Tichy’s Einblick von einem Erholungsmuster, das für China an ein Wurzelzeichen erinnere, nicht an ein vollständiges V. Demnach gibt es zwar einen realen Erholungseffekt, der aber führt nicht bis zurück auf den Ausgangspunkt.

 

 

 

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Musterdepot Aktien, Fonds und wikifolio

In der Rubrik Musterdepots teilen wir heute aktuelle Überlegungen zu den Musterdepots und zu unserem wikifolio „Smart Investor – Momentum“. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

 

 

 

Smart Investor 5/2020

Titelstory: Vermögensabgabe

Peak Everything: Corona-Pandemie als Brandbeschleuniger

Familienunternehmen: Kaufmännisches Denken bleibt gefragt

Corona-Profiteure: Chancen in der Krise

 

 

Fazit

Wenn sich der Staat in der Krise bei Unternehmen engagiert, dann ist die Erleichterung zunächst groß. Ein Dauerzustand darf dies allerdings nicht werden, denn politisierte Unternehmen füllen ihre marktwirtschaftliche Rolle nicht mehr aus und Zombieunternehmen gibt es ohnehin schon reichlich.

Ralph Malisch, Ralf Flierl

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