Schlussspurt

Titelbild: © Jag_cz – stock.adobe.com

ARTIKEL TEILEN

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on email
Email

Jahresendrally in Zeiten des Virus

Es ist vollbracht

Nach arbeitsreichen Wochen – und zuletzt auch Wochenende – ging gestern die letzte Ausgabe des Smart Investor, die im Jahr 2020 erscheint, in den Druck. Das war ein Schlussspurt nach Maß. Zum Wochenende sind dann die Druckexemplare in den Briefkästen unserer Abonnenten – sofern die überlastete Post mitspielt. Streng genommen handelt es sich bei dieser Ausgabe bereits um die erste des neuen Jahres, den Smart Investor 1/2021, also jene Januarausgabe in der wir traditionell einen Blick in das kommende Jahr wagen. Der Verlauf des Jahres 2020 sollte zwar allen gezeigt haben, wie wenig an echtem „Wissen“ man über die Zukunft haben kann. Das allerdings schließt nicht aus, dass man sich Arbeitshypothesen über eben diese Zukunft bildet. Allerdings sind solche Hypothesen nicht in Stein gemeißelt, sondern müssen stets vor dem Hintergrund der jeweils aktuellen Entwicklungen überprüft und gegebenenfalls auch angepasst werden.

Der große Bezugsrahmen

In unserem Jahresausblick untersuchen wir den großen Bezugsrahmen, der – so stellt es sich zumindest aus heutiger Sicht dar – durch eine weiter lockere bis sehr lockere Geldpolitik und massive staatliche Ausgabenprogramme aufgespannt wird. Wir fragen uns, welche Impulse von einer neuen US-Regierung unter Joe Biden zu erwarten sind, und welche Branchen davon besonders profitieren werden. Zusätzlich betrachten wir das in den letzten Wochen vernachlässigte Gold und überlegen, ob der als „digitales Gold“ bezeichnete Bitcoin ihm gar dauerhaft den Rang abgelaufen haben könnte? Und wir haben ein ganz besonderes „Schmankerl“: Erstmalig stellen Ihnen dieses Jahr unsere freien Autoren ihre persönlichen Börsenfavoriten für das Jahr 2021 vor – und die stammen genau aus den Bereichen, für die diese Autoren auch als Spezialisten im Smart Investor schreiben.

Das Jahr geht, Corona bleibt

Auch im neuen Jahr wird die Corona-Krise einer der Haupteinflussfaktoren für die Märkte bleiben. Das zeigt sich auch heute schon wieder: Denn mit diesem Mittwoch tritt für das öffentliche Leben eine erneute Zwangspause in Kraft, die vorerst bis zum 10. Januar 2021 andauern soll. Damit sind auch jene Aussagen von Gesundheitsminister Spahn hinfällig, wonach er einen zweiten harten Lockdown – aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Lockdown – ausschließe. So weltfremd es klingen mag und so schwer es vielleicht auch fallen wird. Nutzen Sie diese Zeit für Sinn- oder Freudvolles, wo immer das geht. Lesen Sie ein gutes Buch, lernen Sie eine neue Sprache oder lesen Sie gerne auch den neuen Smart Investor. Denn spätestens nach dem Lockdown wird das Glück wieder diejenigen bevorzugen, die vorbereitet sind.

Einzig, aber nicht artig

Ebenfalls eine dringende Leseempfehlung dürfen wir für den sentix Jahresausblick 2021 aussprechen, der bereits im 17ten Jahr in Folge erscheint und die Situation diesmal unter dem Titel „The roaring 20s“ („Die wilden Zwanziger“) beleuchtet. Auf knapp 100 Seiten begeben sich dort unsere regelmäßigen Gastautoren Manfred Hübner und Patrick Hussy mit „Zehn Ideen für 2021“ auf die Fährte eines Jahres, das wohl ebenfalls ereignisreich werden wird. Für reine Schwarzmalerei besteht dennoch kein Anlass, wie Idee 2 zeigt, in der eine „Rückkehr der Lebensfreude“ postuliert wird. Diese Aussage mag auf den ersten Blick so gar nicht in die Zeit passen, aber bei sentix arbeiten eben die Profis in Sachen Stimmung, und wenn die Nacht am schwärzesten ist, so weiß man dort, ist auch der nächste Morgen nicht mehr weit. Wer sich auch für die anderen neun Ideen und den erfrischend anderen Jahresausblick unter dem Motto „einzig, aber nicht artig“ interessiert, der kann ihn hier bestellen.

Great Game, Interventionismus und Selfmademan

Natürlich geht es im neuen Smart Investor 1/2021 nicht nur um das noch ungeschriebene neue Jahr. Nach der großen Resonanz, auf den Artikel „The Great Reset“ von Dr. Daniel Hoffmann in Smart Investor 10/2020 konnten wir den Autor noch einmal für einen Gastbeitrag gewinnen. Unter dem Titel „The Great Game“ ordnet Hoffmann ein, wie scheinbar zufällige Entwicklungslinien des Weltgeschehens miteinander verbunden sind. Ferner befragten wir Degussa-Chefvolkswirt Prof. Dr. Thorsten Polleit, der im großen Smart-Investor-Interview vor allem jene wachrütteln will, die im Interventionismus noch immer einen tragfähigen Weg zu erkennen glauben: „Es gibt keinen Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus“ – und der Beweis für diese Erkenntnis wurde schon vor mehr als 90 Jahren geführt! Ansonsten dreht sich wieder alles um Aktien, Fonds und ETFs, etwa um die Geschäftsmodelle der hochspannenden Plattformaktien. Und wenn Sie noch weitere Lektüre für lange Winterabende benötigen, dann sei Ihnen das Buch „Flusenflug“ empfohlen. Wir sprachen mit dem Autor Prof. Dr. Peter Löw – und der ist nicht nur irgendein Autor, sondern eine der erfolgreichsten Selfmademen der Republik.

Zu den Märkten

Kommt sie, kommt sie nicht, oder ist sie schon längst da? Die Rede ist von der Jahresendrally, oder – um bei der Hauptüberschrift zu bleiben – von einem Schlussspurt bei Aktien. Das Jahr 2020 war so reich an singulären Entwicklungen, dass man nicht unbedingt nach einem saisonalen Muster Ausschau halten würde. Und dennoch scheint sich genau dieses nun doch noch zu entwickeln. Denn diese Woche ist der DAX (vgl. Abb.) kräftig aus einem Bereich ausgebrochen, der sich durchaus auch als temporärer Kursgipfel hätte entpuppen können. Genau aus diesem scheinbaren Erlahmen in luftiger Höhe entwickelte der DAX – und nicht nur dieser – frische Kraft für einen erneuten Ausbruch nach oben. Plausibel klingt das erst einmal nicht, schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass die Wirtschaft seit heute wieder unter einem harten Lockdown ächzt. Also versuchen wir um die Ecke zu denken: Dass der harte Lockdown kommen würde, konnte man erahnen und es war seit Sonntag auch beschlossene Sache. Dennoch nahm der Index am Montag die schlechten Vorgaben vom vergangenen Freitag nicht auf, sondern zeigte sich bereits da erstaunlich widerstandsfähig. Nachdem es zu keinem weiteren Verkaufsdruck mehr kam, spurtete der Markt in den Bereich des damaligen Allzeithochs aus dem Januar 2017 (vgl. Abb., rote Waagerechte). Markttechnisch ist dies sehr positiv und ein nachhaltiger Durchbruch sollte weiteres Kurspotenzial eröffnen – zumindest in der Theorie. Dass das in der Praxis auch gehörig schiefgehen kann, zeigte sich im Februar 2020: Unmittelbar nach dem Allzeithoch erfolgte einer der heftigsten Kurseinbrüche überhaupt (vgl. Abb., rote Markierung).

Musterdepots & wikifolio

In der Rubrik Musterdepots & wikifolio berichten wir heute über zwei Käufe und die Entwicklung bei unserem wikifolio „Smart Investor – Momentum“. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

Smart Investor 12/2020:

Titelstory: Small Caps in Zeiten von Corona

Aktienselektion: Erfolg mit doppelter Momentumstrategie

Malta: Nicht unbedingt günstig, aber dafür lebenswert

Corona: Wenn die Freiheit auf der Strecke bleibt.

Fazit

Liebe Leser, wir dürfen uns für Ihre Treue im langsam zu Ende gehenden schwierigen (Börsen-)Jahr 2020 bedanken. Zugegeben, wir haben es Ihnen nicht immer leicht gemacht, muten aber Ihnen und uns auch weiterhin gerne einmal Thesen zu, die Sie nicht schon x-mal anderenorts gelesen haben.

Wenn Sie wollen, sehen wir uns an dieser Stelle nach dem Lockdown wieder, genauer gesagt am 13. Januar 2021. Bis dahin wünschen wir Ihnen ein paar besinnliche Tage und einen guten Rutsch!


Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Publikation oder der Smart Investor Printausgabe von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

Abonnements:
Unsere Smart Investor Abonnements finden Sie hier.

Das Magazin:
Das aktuelle Smart Investor Magazin finden unsere Abonnenten hier.

 Unsere Datenschutzerklärung finden sie hier.

Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

UNSERE EMPFEHLUNGEN