Umgezogen

Titelbild: © FrankBoston – stock.adobe.com

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Neue Wirkungsstätten für Gold, DAX und den Smart Investor

Neue Adresse

Es lässt sich nicht bestreiten, wir leben in bewegten und bewegenden Zeiten, selbst wenn vieles derzeit auf Stillstand programmiert ist. Auch der Smart Investor hat sich wieder einmal bewegt. Unsere neue Adresse lautet:

Smart Investor Media GmbH, Engelhardstr. 10, 81369 München

Nach dem Start in Wolfratshausen und über dreizehn Jahren in der Hofmannstraße schlagen wir mit der Engelhardstraße bzw. der „Angelheart“, wie sie firmenintern bereits genannt wird, am inzwischen dritten Standort ein neues Kapitel der Smart-Investor-Geschichte auf. So ein Umzug während des laufenden Betriebs ist immer auch eine besondere Herausforderung. Naturgemäß läuft da nicht immer alles gleich vollkommen glatt, und wir bitten daher um Ihr Verständnis, falls es in den nächsten Tagen noch ein wenig haken sollte. Als alte Skeptiker würden wir jedenfalls misstrauisch werden, falls alles völlig reibungslos liefe.

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Risikohinweis: Ihr Kapital ist gefährdet.


Im Keller …

Ebenfalls umgezogen, allerdings in den Keller, ist der Goldpreis. Entscheidender als die aktuell in der Presse kolportierte Marke von 1.700 USD/Feinunze (vgl. Abb., gestrichelte rote Linie), die bereits nach unten durchschlagen wurde, erscheint uns allerdings der Bereich von 1.670 SUD/Feinunze (solide rote Linie), der zwar akut gefährdet ist, bislang aber noch (?) verteidigt werden konnte. Begründet wird die Goldpreisschwäche gerne mit der Sorge vor dauerhaft hohen (US-)Zinsen. Eine Sorge, die allerdings selbst beim zinssensiblen NASDAQ 100 zuletzt sehr viel besser weggesteckt wurde. Bei Standardwerten scheint das Zinsthema interessanterweise derzeit sogar überhaupt keine Rolle mehr zu spielen (s.u.).

Auf den Realzins kommt es an

Wir halten das Zinsargument allerdings sogar im Hinblick auf Gold nur für wenig überzeugend. Die inverse Beziehung zwischen Zins und Goldpreis ist zwar in den Köpfen der meisten Anleger fest etabliert, allerdings erscheinen Zweifel angebracht, ob dieser Zusammenhang im Moment überhaupt vorliegt. Denn genau genommen bezieht er sich nicht auf den Nominal- sondern auf den Realzins – berücksichtigt also auch die Preisentwicklung. Inzwischen pfeifen es allerdings die Spatzen von den Dächern, dass in zahlreichen Bereichen die Preise deutlich anziehen. Beim Benzin, noch immer so etwas wie der Brotpreis einer modernen Volkswirtschaft, kam zu den über Monate anhaltenden Steigerungen des Weltmarktpreises für Rohöl auch noch eine lokale Spezialität der Regierung in Form der sogenannten CO2-Steuer.

Energie und Steuern

Aber selbst, wenn man von den fossilen Brennstoffen abstrahiert und lediglich veganen Strom aus regionaler und saisonaler Produktion nachfrägt, tränen spätestens bei der Abbuchung der Stromrechnung die Augen. Denn auch dort betätigt sich der Staat seit Jahren als Preistreiber Nummer Eins, was uns wenigstens in puncto Stromkosten regelmäßig einen der internationalen Spitzenplätze beschert. Neben der direkten staatlichen Preistreiberei steckt hinter dem anziehenden Preisniveau indirekt im Wesentlichen die weltweit ungezügelte Geldmengenausweitung – schon immer der sicherste Weg, um das allgemeine Preisniveau anzuheben.

Energiemetalle im Superzyklus

Dazu kommen steigende Rohstoffpreise, die sich besonders bei den sogenannten Energiemetallen bemerkbar machen, also vor allem jene Metalle, die für die politisch motivierte Transformation der Volkswirtschaften benötigt werden. Die Trends sind derart stark, dass wir dem Thema im aktuellen Smart Investor 4/2021 sogar die Titelgeschichte „Rohstoffsuperzyklus – Metalle im Steilflug“ gewidmet haben.

Lockdown verschärft Preissituation

Auch die Situation rund um die Lockdown-Politik vieler Regierungen dürfte weiter preistreibend wirken. Zum einen werden etliche Waren und insbesondere Dienstleistungen phasenweise oder sogar dauerhaft schlicht nicht mehr angeboten. Manche Unternehmer müssen sogar gleich ganz aufgeben, weil ihr Geschäft unter diesen, sich ständig ändernden Rahmenbedingungen nicht mehr profitabel zu betreiben ist. Diese Effekte führen tendenziell zu einer Ausdünnung des Angebots, was den verbliebenen Anbietern eine höhere Preissetzungsmacht verleihen sollte.

Sparquote zeigt aufgestaute Kaufkraft

Zum Teil dürfte das verringerte Angebot durch eine gestiegene Sparquote kompensiert werden. Wobei die Übergänge zwischen Angstsparen und Zwangssparen im Lockdown fast fließend sind. Weil teure Urlaube und größere Anschaffungen unterbleiben bzw. zurückgestellt werden, sind die schon weiträumig zu beobachtenden Preissteigerungen bei den Artikeln des täglichen Bedarfs und bei Lebensmitteln gut durchsetzbar. Wenn schließlich wieder Lockerungen erfolgen, könnten sich auch Teile der aufgestauten Kaufkraft zusätzlich entladen.

Realzinssteigerung gedämpft

Lange Rede, kurzer Sinn: Der im Wesentlichen in den USA zu beobachtende Nominalzinsanstieg ist vor dem Hintergrund der Preisentwicklung einzuordnen. Geriete diese gar außer Kontrolle, dann wäre es sogar denkbar, dass der Realzins – trotz steigendem Nominalzins – sinkt. Ganz abschreiben sollte man die Edelmetalle also noch nicht, schließlich sehen wir beim Kampf gegen Corona auch das größte Geldexperiment der neueren Geschichte.

In der Beletage

Einer der großen Profieure der aktuellen Situation ist der DAX. Das erscheint insofern erklärungsbedürftig, als die Wirtschaft immer stärker in die Abhängigkeit staatlicher Geld- und Fiskalpolitik gerät, während die unternehmerische Tätigkeit zunehmend eingeschränkt wird. Allerdings sind im DAX Problembranchen wie Tourismus und traditionelle Gastronomie kaum vertreten, während dort im Gegenzug Corona-Profiteure wie Delivery Hero und Digitalisierung- und zunehmend sogar E-Mobilitäts-Gewinner zu finden sind. Noch entscheidender aber dürfte die an dieser Stelle schon mehrfach erwähnte, weit geöffnete Schere zwischen den Tech- und Growth-Aktien auf der einen und den Value- und Old-Economy-Titeln auf der anderen Seite sein. Wer sich jetzt in der Aktienspekulation betätigen will, findet im letztgenannten Bereich oft nicht nur mehr Value, sondern im Rahmen der Titelrotation inzwischen auch echtes Momentum. Noch gestern konnte der deutsche Leitindex erstmals die Marke von 15.000 Punkten überwinden und zog damit buchstäblich in die Beletage ein. Heute kämpft er zwar mit dieser Marke und es wäre nicht einmal ein Beinbruch, falls der Index wieder ein paar Tage unter dem magischen Wert schließen würde. Die wesentliche Veränderung gegenüber den Vorwochen besteht aber darin, dass sich der Kurs nun deutlicher von der oberen Begrenzung des bearishen Keils (vgl. Abb., rote Linien) nach oben absetzen konnte. Das ist, unabhängig von den nicht übermäßig überzeugenden Umsätzen, erst einmal positiv.

Musterdepots & wikifolio

In der Rubrik Musterdepots & wikifolio berichten wir heute über die Entwicklung in unserem wikifolio „Smart Investor – Momentum“ und geben unsere aktuelle Einschätzung zu unserem NASDAQ-100-Put. Sie können sich dort durch einfaches Blättern einen schnellen Überblick über die Transaktionen der letzten Wochen verschaffen.

Fazit

Der DAX über 15.000, Gold unter 1.700 und die Smart-Investor-Redaktion in der Engelhardstraße in München.

Ralf Flierl, Ralph Malisch

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Mittwochnachmittag.

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