Zu guter Letzt – Gegen die Inflation glänzen

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Dr. Holger Schmitz

Dr. Holger Schmitz, Vorstand der SCHMITZ & PARTNER AG

Seit einigen Monaten gehen die Inflationsraten in den meisten Ländern zurück – aber ist damit das Problem der Geldentwertung gelöst? Nein! Zwar gehören Werte von über 10% wie im Herbst 2022 im Euroraum vorläufig der Vergangenheit an. Es bleibt aber bei der Enteignung der Sparer durch einen realen Kaufkraftverlust mit Inflationsraten, die nach wie vor über den erzielbaren Zinsen liegen. Und wenn die Notenbanken die Zinsen wie vielfach erwartet bald wieder senken, könnte die Teuerung erneut steigen.

Um sich vor dem Kaufkraftverlust zu schützen, scheinen neben Aktien im Jahr 2024 – und darüber hinaus – Rohstoffe sehr aussichtsreich. Das gilt insbesondere für die Edelmetalle Gold und Silber.

Wie bereits 2023 könnte ein Investment in Gold auch in diesem Jahr überdurchschnittliche Gewinne abwerfen. Ein Grund für diese Einschätzung liegt darin, dass die Notenbanken bereits seit dem Jahr 2009 ihre Goldreserven wieder ausbauen. Diese haben mittlerweile den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren erreicht.

Doch auch unabhängig von der Nachfrage seitens der Notenbanken hat das Edelmetall gute Chancen auf einen Preisanstieg, der über die aktuelle Inflationsrate hinausgeht. Investoren können also damit rechnen, ihre Kaufkraft mit Gold nicht nur zu erhalten, sondern sogar zu erhöhen.

Darüber hinaus besteht beim Goldpreis noch immer ein erheblicher Nachholbedarf gegenüber früheren Notierungen – zwar nicht nominal, aber kaufkraftbereinigt. Anfang der 1980er-Jahre lag der Goldpreis bei rund 800 USD je Feinunze. Heute würde dieser Preis real – also unter Berücksichtigung der jährlichen Inflationsraten – deutlich mehr als dem Dreifachen entsprechen: Erst bei mehr als 2.500 USD für eine Feinunze Gold wäre der Höchststand von 1980 erreicht.

Neben Gold verfügt auch Silber über große Chancen auf deutliche Kursgewinne im Jahr 2024. Silber hat sich über Jahrtausende als gute Wertanlage erwiesen und funktioniert heute als Absicherung gegen Inflation und die permanente Ausweitung der Geldmenge. Silberexperte Peter Krauth schreibt dazu: „Silber zu erschaffen erfordert große Anstrengungen. Und das Angebot ist sehr begrenzt. Das macht Silber zum ultimativen Schutz vor Regierungen, die ohne Unterlass die Geldmengen erhöhen, um ihre fortwährenden Fehler zu vertuschen.“

Im Vergleich zu Gold, das bereits neue Höchststände erreicht hat, muss sich der Silberpreis von seinem aktuellen Kursniveau von knapp 25 USD verdoppeln, um seine alte Rekordmarke von 50 USD zumindest nominal wieder zu erreichen.

In welchem Maße Silber im Vergleich zu Papierwährungen über lange Zeiträume die Kaufkraft der Anleger erhalten kann, zeigt folgender Vergleich: Für 100 USD aus dem Jahr 1913 bekommt man heute nicht einmal Waren und Dienstleistungen im Wert von 5 USD, der Wertverlust betrug gemittelt rund 3% jährlich. Der durchschnittliche Silberpreis belief sich damals auf 0,60 USD pro Feinunze. Bei einem aktuellen Preis von 25 USD bedeutet das: Silber hat über den Zeitraum von 110 Jahren durchschnittlich 3,52% p.a. an Wert gewonnen.

Gold und Silber als defensive Investments sind ein sinnvoller Baustein in der Vermögensanlage. Die Edelmetalle haben sich insbesondere in schwierigen Börsenphasen bewährt und vieles spricht dafür, dass dies der Fall bleiben wird.

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