Grafik der Woche – Abhängig von Moskau

 Russland-Exporte in Prozent des Bruttoinlandsproduktes Abhängig Moskau1Quelle: Weltbank, Ned Davis Research

Die Ukraine-Krise sorgt weiter für Schlagzeilen und – abhängig von der Nachrichtenlage – steigen oder fallen die Kurse an den Börsen. Um mögliche Folgen des mit Russland ausgetragenen Konfliktes einordnen zu können, ist es wichtig, sich mit einigen wirtschaftlichen Fakten vertraut zu machen.

Aufschlussreich ist beispielsweise eine von Ned Davis Research erstellte Grafik, die zeigt, wie viel von den Exporten bei einzelnen europäischen Staaten  nach Russland geht. Dabei zeigt sich eine sehr unterschiedlich ausgeprägte Abhängigkeit. Während Schweden, Italien und Frankreich nur weniger als 1% ihres Bruttoinlandsproduktes nach Russland ausführen, sind es bei den beiden baltischen Staaten Litauen und Estland mit 7,7% und 10,7% deutlich mehr.

Deutschland liegt mit einem Exportanteil von 1,7% im Mittelfeld. Weil Russland bisher aber nur bestimmte Nahrungsmittelimporte gestoppt hat, dürfte Deutschland sogar noch weniger betroffen sein, weil von diesen Exporten nur 6,5% aus Nahrungsmittel stammen. In Polen sind es dagegen immerhin 13%.

Unabhängig davon gehen die Volkswirte bei Ned Davis Research von negativen Auswirkungen auf den Handel und die Investitionen zwischen Europa und Russland aus. Außerdem rechnet man deshalb mit zusätzlichem deflationärem Druck auf die Euro-Zone.

Insgesamt soll vor allem Russland die wirtschaftlichen Kosten der Sanktionen zu spüren bekommen. Aber schon ein Rückgang der Exporte von Europa nach Russland von 10% wird auch Europa etwas an Wachstum kosten und in einigen Ländern könnte dies ausreichen, um statistisch für eine Rezession zu sorgen.