Aktien-Update: Ludwig Beck

Die Ludwig Beck am Rathauseck-Textilhaus Feldmeier AG (WKN 519990, aktueller Kurs 25,80 EUR) hat das Geschäftsjahr 2017 mit einer deutlichen Ergebnissteigerung gegenüber dem Vorjahr beendet. Dem gegenüber steht ein leichter Umsatzrückgang um 4 Mio. auf 173 Mio. EUR, zu dem sowohl das Stammhaus als auch der vor gut zwei Jahren akquirierte Herrenausstatter Wormland zu gleichen Teilen beitrugen.

„Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 6,5 Mio. EUR (Vorjahr: 6,3 Mio. EUR) und lag trotz rückläufiger Umsatzentwicklung dank einer stringenten Kostenpolitik über der vom Management prognostizierten Bandbreite zwischen 4-6 Mio. EUR“ teilte das Unternehmen mit. Dabei lag das Ergebnis des Segments Ludwig Beck bei 8,1 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR), während Wormland den Verlust leicht ausweitete. Der Konzerngewinn stieg um 13% auf 3,3 Mio. EUR. Daraus ergibt sich ein Ergebnis pro Aktie von 0,88 EUR. Mit der neuerlich gesteigerten Eigenkapitalquote von 60,8% ist das Unternehmen sehr solide ausgestattet.

Daher werde der Hauptversammlung die Zahlung einer gleichbleibenden Dividende in Höhe von 0,65 EUR je gewinnberechtigte Aktie vorschlagen, kündigt Vorstand Dieter Münch auf der gestrigen Bilanpressekonferenz an.

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SI-Kommentar: Der Münchner Modekonzern habe sich im abgelaufenen Geschäftsjahr enormen Druck, den der Neuformierungsprozess des europäischen Modehandels weiterhin auf Händler und Märkte ausübe, ausgesetzt gesehen. Zugleich gehen Marktforscher von einer Fortsetzung des Verdrängungswettbewerbs im Modehandel aus.

Der Vorstand erwartet vor diesem Hintergrund für das Geschäftsjahr 2018 einen Bruttoumsatz auf Konzernebene zwischen 170 und 180 Mio. EUR sowie eine EBIT-Marge zwischen 3,5% und 5% vom Nettoumsatz. Das wiederum ist wenig hilfreich, denn die Spanne lässt Umsatzsteigerungen wie auch -einbußen gleichermaßen zu, das Gleiche gilt für das Ergebnis.

Die vorgelegten Zahlen ergeben ein KGV 2017 von rund 30 und eine Dividendenrendite von 2,5%. Rechnet man optimistisch am oberen Ende der Guidance, beträgt das KGV 2018e etwa 20. Dazu muss es aber gelingen, Wormland in die Gewinnzone zu hieven – was eigentlich für 2018 angestrebt wurde. Danach sieht es aber momentan nicht aus, was Münch auch klar einräumte. Ob es gelingt, Wormland in einem kontraktiven Modemarkt schnell profitabel zu machen, ist aus Sicht von Smart Investor eher fraglich.

Das Stammhaus am Marienplatz selbst ist ein Juwel, das in der Konzernbilanz auf enorme stille Reserven schließen lässt. Neben diesem Substanzargument ist es auch die relativ hohe Dividende, die Ludwig Beck weiterhin als attraktiven Nebenwert erscheinen lässt. Was die zukünftige Gewinnsituation anbelangt, ist Smart Investor allerdings skeptisch, weshalb die Aktie in diesem Umfeld aus unserer Sicht allenfalls eine Halteposition ist.

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