Aktien-Update: Fiat Chrysler Automotives N.V.

Im Zuge der aktuellen Korrektur an den Börsen ist eine gute Nachricht aus dem Hause Fiat Chrysler Automobiles (WKN A12CBU) fast untergegangen. Das Unternehmen konnte den Verkauf seiner Zuliefersparte Magneti Marelli an den japanischen Konkurrenten Calsonic Kansei für 6,2 Mrd. EUR vermelden.

Die Fokussierung auf das Kerngeschäft kommt damit einen weiteren Schritt voran. Statt Magneti Marelli mittels Spin-Off abzuspalten, kann Fiat Chrysler nun seine ohnehin im Branchenvergleich einmalige Cash-Position (zum 30.6. 0,5 Mrd. EUR) weiter ausbauen.

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SI-Kommentar: Die Nach-Marchionne-Ära beginnt bei Fiat Chrysler Automobiles (FCA) genau so, wie die Marchionne-Ära geendet hatte. Mit einer radikalen Fokussierung auf das Kerngeschäft und einer Maximierung des Shareholder-Value. Mit einem Verkaufserlös von 6,2 Mrd. EUR erzielt sein Nachfolger als CEO, Mike Manley, etwa 1 Mrd. EUR mehr, als Analysten zuvor geschätzt hatten. Alleine dies stellt bei einer Marktkapitalisierung von 25 Mrd. EUR einen nicht zu unterschätzenden Effekt dar. Mit mehr als 6 Mrd. EUR auf dem Konto kann der Konzern sich nun voll und ganz auf die Realisierung seines 5-Jahres-Plans konzentrieren.

Basierend auf diesem Plan notiert die Aktie heute zu einem KGV von 2 (unterstellt man das mögliche Ergebnisniveau im Jahr 2022). Bis dahin wird der Weg zwar möglicherweise holprig sein, dem neuen Management-Team um Mike Manley ist es jedoch durchaus zuzutrauen, langfristig die gesteckten Ziele zu erreichen. Bei einer Bewertung von aktuell etwas mehr als 2x dem 2018er EBIT hat die Aktie jedoch folgenden Charme: Kommt es zu einer nicht allzu heftigen Rezession, ist diese bereits in dem Titel eingepreist. Kommt diese nicht, sollte die Aktie bereits mittelfristig Korrekturbedarf nach oben haben.

In den kommenden Jahren dürfte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass FCA einer der profitabelsten Autobauer der Welt ist, der mit seinem Markenportfolio perfekt für die kommenden Herausforderungen aufgestellt ist. Spätestens, wenn sich die Diskussion um Zölle etwas legt und FCA seine Ziele für das Gesamtjahr nicht weiter reduziert, könnte die Aktie wieder in den Vorwärtsgang umschalten. Bei weiteren Rücksetzern bleibt FCA daher für uns ein klarer Kauf.

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