Grafik der Woche – Shortwetten auf Goldaktien-ETF auf Rekordhoch

Bei einem Goldpreis von über 1.360 USD je Feinunze könnte es bei Goldminenaktien zu einem Short-Queeze kommen 

Quellen: Thomson Reuters Datastream, Canaccord Genuity

Sowohl die politische als auch die ökonomische Unsicherheit ist derzeit groß, was die Nachfrage nach einem sicheren Hafen und damit nach Gold ankurbelt. So kommentieren die Edelmetallspezialisten bei Heraeus die jüngste Entwicklung am Goldmarkt. Hervorzuheben sind außerdem die Goldkäufe der Zentralbanken, die im Jahr 2018 ihre Goldbestände so stark aufstockten wie seit 1971 nicht mehr, als der Goldstandard aufgehoben wurde. Und da Gold kein Kontrahentenrisiko birgt und es zudem eine nützliche Diversifikation im Portfolio darstellt, ist laut Heraeus davon auszugehen, dass die Zentralbanken ihre Goldkäufe in diesem Jahr fortsetzen.

Vor diesem Hintergrund ist der Goldpreis mit 1.321 Dollar je Feinunze jüngst auf ein neues Zwischenhoch vorgerückt. Wichtig dabei ist, dass auf diesem Niveau der Sprung über den mittelfristigen charttechnischen Abwärtstrend gelungen ist. Auffällig am Goldmarkt ist, dass neuerdings wieder mehr Kapital in Gold-ETFs fließt. Die Experten beim ETF-Sponsor und Indexentwickler Wisdom Tree berichten mit Blick auf die so genannten Short & Leveraged ETPs davon, dass der  durchschnittliche Verschuldungsgrad der Anleger im Januar 2019 mit dem 1,97 fachen ein Allzeithoch erreichte. Das Analysehaus Sentix berichtet außerdem über eine ungewöhnlich optimistische Stimmung unter den Anlegern gegenüber Gold.

Anders gestaltet sich dagegen die Lage bei den Goldaktien. Zumindest wann man Angaben des kanadischen Finanzdienstleisters Canaccord Genuity vertraut, die sich auf Daten von Thomson Reuters Datastream stützen. Denn wie die Grafik oben zeigt, sind anders als beim Gold die Wetten auf fallende Preise bei den Goldaktien sehr hoch. Laut dem Chart sind die Shortpositionen auf den VanEck Vectors Gold Miners ETF so hoch wie nie in den vergangenen Jahren. Laut Canaccord Genuity gibt es auf die 15 wichtigsten in den USA notierten Goldaktien Short-Wetten im Volumen von insgesamt 160 Mio. Aktien.

Die Analysten von Canaccord Genuity bringt dies zur Annahme, dass es bei Goldpreisnotierungen von über 1.360 Dollar je Feinunze jederzeit zu einer Eindeckungswelle bei diesen Shortpositionen kommen könnte. Sollte das tatsächlich passieren, könnte es den Kursen der Goldaktien auf die Sprünge helfen. Goldpreise von 1.360 USD je Feinunze eignen sich deshalb besonders als Startsignal für so eine Bewegung, weil damit das Vorjahreshoch knapp überwunden wäre, was charttechnisch gesehen ein weiteres positives Signal zugunsten des Goldpreises wäre.