Aktien-Update: Ludwig Beck

Der anhaltende Druck im europäischen Textileinzelhandel und die fehlgeschlagene Sanierung des Zukaufs Wormland haben Ludwig Beck 2018 das Ergebnis verhagelt. Es steckt der „Worm“ drin, um mit dem Namen des einstigen Hoffnungsträgers zu spielen. So konnte auf Konzernebene nur ein Bruttoumsatz in Höhe von 166,1 Mio. EUR (Vorjahr: 173,2 Mio. EUR) erzielt werden. Die im Dezember 2018 angepassten Umsatzziele wurden damit leicht übertroffen.

Zuvor lag die Planung allerdings bei 170 bis 180 Mio. EUR. Im Kerngeschäft, dem Kaufhaus Ludwig Beck wurden 95,5 Mio. EUR nach zuvor 99,0 Mio. EUR Umsatz erzielt. Die Tochter Wormland brachte es auf 70,5 Mio. EUR (Vorjahr: 74,2 Mio. EUR). Die Rückgänge waren damit in beiden Segmenten stärker als der Markt, der 2018 lediglich um 2% rückläufig war. Das EBIT lag auf Konzernebene bei 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: 6,5 Mio. EUR).

Während Ludwig Beck mit 7,6 Mio. EUR (Vorjahr: 8,9 Mio. EUR) einen positiven EBIT-Beitrag beisteuerte, schnitt Wormland mit einem deutlichen Minus von -5,7 Mio. EUR (Vorjahr: -2,4 Mio. EUR) ab. Neben der operativen Entwicklung wurde das Ergebnis von Wormland auch durch eine Impairment-Abschreibung (auf die aktivierten Firmenwerte) in Höhe von 2,5 Mio. EUR belastet. Unterm Strich lag das Konzernergebnis lag bei -0,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3,3 Mio. EUR). Daher wird der Vorstand der im Juni stattfindenden Hauptversammlung vorschlagen, für 2018 keine Dividende auszuschütten.

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SI-Kommentar: Es waren vor allem zwei Themen, von denen die Bilanzpressekonferenz bei Ludwig Beck dominiert war. Die Ertragsentwicklung in 2019 und die Aufarbeitung des Flops mit Wormland. Letzteres versucht das Management mit dem Verkauf des Verlustbringers zu bereinigen.

Eine Transaktion soll im ersten Halbjahr 2019 über die Bühne gehen. Dabei ist mit einer ergebniswirksamen Belastung zu rechnen. Als Ludwig Beck den angeschlagenen Filialisten 2015 übernahm, musste dessen Vorbesitzer schließlich bereits eine hohe Summe als „Mitgift“ springen lassen. Es ist also fast nicht damit zu rechnen, dass Ludwig Beck dem nächsten Eigentümer nach weiteren vier Verlustjahren kein solches Geschenk machen muss, um den Problemfall loszuwerden.

Im operativen Geschäft gibt Ludwig Beck zudem eine schwache Prognose für 2019. Ein Bruttoumsatz zwischen 165 und 170 Mio. EUR und ein EBT (Ergebnis vor Steuern) von 1,5 bis 2,5 Mio. EUR liegt weit unterhalb der vorherigen Erwartungen der Analysten. In Kombination mit der Unsicherheit über den Wormland Verkauf deutet vieles darauf hin, dass 2019 damit ein Übergangsjahr für das Unternehmen wird.

Warum sich Ludwig Beck im Unterschied zu vielen anderen zuletzt strauchelnden Modeunternehmen teure Fehlschläge wie Wormland leisten kann, erfahren Sie im nächsten Smart Investor. Für einen Kauf der Aktie sprechen derzeit allerdings nur wenige Gründe, bestenfalls bleibt der Titel eine Halteposition.

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