Aktien-Update – Gerry Weber

Quelle: Gerry Weber AG

Am vergangenen Freitag legte der Damenmodenhersteller Gerry Weber (WKN 330410, aktueller Kurs: 37,25 EUR) seine Bilanz für das erste Geschäftshalbjahr 2013/14 (November bis April) vor. Der Bericht zeigte umsatzseitig ein weitgehend zu erwartendes Bild. Während die Erlöse in den eigenen „Houses of Gerry Weber“ weiter zulegten und einen Umsatzanstieg von über 5% auf vergleichbarer Fläche auswiesen, entwickelte sich das Großhandelssegment deutlich rückläufig (-5,6%). Als Gründe hierfür gibt das Unternehmen zum einen Konsolidierungseffekte an – im Vorjahr fielen die Umsätze der belgischen „Houses of Gerry Weber“ noch in diesen Bereich –, zum anderen habe man bewusst auf Geschäft mit bonitätsschwachen Kunden verzichtet. Nach einem eher verhaltenen Jahresstart, in dem die Marke ihren Kundinnen hohe Preisnachlässe einräumte, zog die Profitabilität im zweiten Quartal merklich an. So kletterte die Bruttomarge im Quartalsvergleich von 50,6 auf 56,0%. In der Halbjahresbetrachtung legten das EBIT um 14% auf 49,5 Mio. EUR und der Überschuss von 29,3 auf 32,7 Mio. EUR zu. Damit erzielten die Ostwestfalen einen Gewinn je Aktie von 71 Cent (Vj.: 64 Cent). Erst Anfang Juni gab der Konzern den angekündigten Wechsel an der Spitze des Unternehmens bekannt. Danach wechselt Gründer und Großaktionär Gerhard Weber zum 1. November in den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger als Sprecher des Vorstands wird David Frink, der bereits seit dem Jahr 2009 dem Gremium angehört.

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SI-Kommentar: An der Börse reagierte die Gerry Weber-Aktie mit einem Abschlag von fast 4% auf das Zahlenwerk. Dabei konnte vor allem die Margenentwicklung überzeugen, wohingegen die Umsatzdynamik etwas schwächer ausfiel als von manch einem Analysten prognostiziert. Wichtig scheint jedoch vor allem, dass der Trend stimmt und sich die Gewinnsituation im Laufe des zweiten Quartals deutlich verbessert hat. Das lässt für den Rest des Geschäftsjahres eine weiterhin solide Profitabilität erwarten. Die Strategie, in den Ausbau der eigenen „Houses of Gerry Weber“ zu investieren, scheint vor diesem Hintergrund folgerichtig, lassen sich dort doch höhere Margen und eine stärkere Kundenbindung erzielen. Gleichzeitig wurde das Ziel eines Jahresumsatzes von 900 Mio. EUR (Vj.: 852 Mio. EUR) bestätigt. Die Kursreaktion sollte daher vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Hinzu kommt, dass der MidCap mit einem KGV von 20 inzwischen ausreichend bewertet scheint. (MW)

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