Aktien Update – Linde AG

Das Jahr 2014 brachte für die Münchener Linde AG ein relativ herausforderndes Marktumfeld mit sich – die starken Schwankungen von Euro und Dollar und der schwacher Ölpreis zeigten ihre Wirkung auf alle Sparten des Konzerns. Als Konsequenz lag das operative Ergebnis mit 3.920 Mio. EUR (Vorjahr: 3.966 Mio. EUR) rund 1,2% unter dem Wert aus 2013. Je Aktie verdiente Linde statt 7,10 EUR im Vorjahr nur noch 5,94 EUR. Insbesondere in den ersten neun Monaten wirkten die Währungsschwankungen negativ auf das Ergebnis, erst im letzten Quartal gab es von dieser Seite Rückenwind für die Zahlen. Über das Gesamtjahr fiel in Summe eine Belastung des Ergebnisses in Höhe von 83 Mio. EUR an.

Im operativen Cash Flow gab es dagegen einen stattlichen Zuwachs von 5,0%, mit einer der Gründe warum der neue CEO Wolfgang Büchele mit der Vorlage der Zahlen eine Anhebung der Dividende um ebenfalls 5,0% von 3,00 EUR auf 3,15 EUR ankündigte. Langfristig will Linde jedoch seiner Tradition treu bleiben und die Dividende am operativen Ergebnis ausrichten. Da 2014 jedoch einige nicht Cash-wirksame Abschreibungen fällig waren, setzt das Management auf die Signalwirkung einer Dividendensteigerung.

Denn der Ausblick für das laufende Jahr fällt positiv aus: Bei einem Umsatz zwischen 18,2 und 19,0 Mrd. EUR wird 2015 ein operatives Ergebnis 4,1 bis 4,3 Mrd. EUR angepeilt. Immerhin ein Ertragsplus zwischen 4,6 und 9,7%, verglichen mit dem Vorjahr. Die anhaltende Dollar-Stärke sollte derzeit insbesondere für die Gase-Sparte positive Effekte mit sich bringen, im Engineering Geschäft dagegen wirkt sich der tiefe Ölpreis eher bremsend aus. Mit weiteren Effizienzsteigerungen und einer Konzentration auf den Kunden wird sich laut Büchele auch der mittelfristige Ergebnisausblick realisieren lassen. 2017 soll das operative Ergebnis nämlich bereits zwischen 4,5 und 4,7 Mrd. EUR liegen.

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SI-Kommentar: Nicht nur die erhöhte Dividende, auch der Ausblick bei Linde fällt durchwegs positiv aus. Die sowieso schon positive Ergebnisprognose für 2015 ist laut CFO Denoke mit einem EUR/USD-Kurs von 1,15 kalkuliert. Zu heutigen Kursen dürfte sich das EBITDA dagegen um weitere 100 Mio. EUR erhöhen, bei Erreichen der EUR/USD-Parität noch einmal eine Schippe mehr.

Strategisch ist das Unternehmen bestens aufgestellt, am eingeschlagenen Kurs gibt es daher auch überhaupt nichts zu rütteln. Durch technologische Weiterentwicklung (z.B. Gaszylinder mit eingebauter Kommunikationstechnik) und die Stärkung der Marktanteile in bisher eher gering bearbeiteten geographischen Regionen möchte Linde zur weltweit unangefochtenen Nummer eins in seinem Kerngeschäft Industriegase werden.

Das niedrige Zinsumfeld bringt für Linde unterdessen sowohl positive als auch negative Konsequenzen mit sich: So liegen die Finanzierungskosten im Konzern insgesamt mittlerweile bei unter 4%. Dagegen müssen die Pensionsrückstellungen zunehmend mit Nachschüssen aufgebessert werden. Derzeit werden die Verpflichtungen mit rund 2,2% abgezinst. Jede weitere Absenkung des Zinsniveaus um weitere 50 Basispunkte wird nun eine zusätzliche Rückstellung von bis zu 650 Mio. EUR notwendig machen.

Auch in 2015 dürften die Ergebnisse von Linde im Wesentlichen durch die Schwankungen von Öl- und EUR/USD beeinflusst werden. Bleiben die beiden Größen auf ihrem heutigen Niveau dürfte die bestehende Ergebnisprognose sogar übertroffen werden. Unabhängig von solchen exogenen Einflüssen ist der Wachstumskurs des Unternehmens ungebrochen. Mit einem geschätzten 2015er KGV von 22,5 ist die Aktie jedoch auch schon alles andere als ein Schnäppchen.

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