Grafik der Woche – Pünktchenspiele

Aktuelle Zinserwartung der Mitglieder des Federal Open Market Committee der Federal Reserve

Quelle: Federal Reserve

Wenn die Börse eines mag, dann sind es liebgewonnene Indikatoren und Kennziffern, haben sie in der Vergangenheit auch noch so häufig nicht funktioniert. Zurzeit lieben es die Marktteilnehmer auf das sogenannte „Plot Dot“-Chart der Federal Reserve zu blicken, an der Wall Street wird dies auch das „Dot-Plot-Game“ genannt. In dieser Grafik fasst die amerikanische Notenbank die Zinserwartungen der Mitglieder des Federal Open Market Committtee zusammen, dem obersten Gremium der amerikanischen Geldpolitik. Die überwiegende Mehrzahl dieser Damen und Herren geht derzeit – wie sollte es auch anders sein – von steigenden Zinsen aus. Ab 2017 gehen bereits alle 17 FOMC-Mitglieder von Zinsen zwischen 2,00 und 4,00% aus, langfristig sogar von Zinsen zwischen 3,00 und 4,25%.

Doch wie glaubhaft sind die Prognosen der amerikanischen Notenbanker? Um dies zu prüfen, lohnt sich ein Blick auf deren Erwartungshaltung vor exakt zwei Jahren. Statt einer durchschnittlichen Zinserwartung für das Jahr 2015 von 1,20% vor exakt zwei Jahren wird nun mehr nur noch von einem Zins von 0,90% für das laufende Jahr ausgegangen. Doch was interessiert die Fed ihr Geschwätz von gestern. Und noch viel wichtiger – was wird die Fed morgen ihr Geschwätz von heute interessieren? Die nachträgliche Revidierung der Zinserwartungen wird wohl auch die nächsten Monate prägen, erst wenn die Börsen dies endgültig realisiert haben, wird der Glaube an eine nachhaltige Zinswende dauerhaft beendet sein.

Zinsprognose der Fed für 2015 vor zwei Jahren und heute

Quelle: Federal Reserve

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