Grafik der Woche – Die große Lücke

Gewinne der börsennotierten Unternehmen in den USA (grau) und Europa (blau)

Grafik der Woche

Quelle: UBS, Indexiert auf 100 Punkte in 1987

Die Rally an den Aktienmärkten hat die Kurse sowohl dies als auch jenseits des Atlantiks seit 2009 nach oben getrieben. Dabei wird häufig eines vergessen: Statt durch solide Gewinnsteigerungen ist die Hausse in Europa eher durch eine Ausweitung der Bewertungen getragen. Insbesondere im Vergleich mit den USA wird diese Lücke offensichtlich. Denn zwischen 1987 und 2011 verlief die Gewinnentwicklung in beiden Regionen in etwa parallel. Erst nach Beendigung der Finanzkrise scheinen sich die US-Unternehmen von ihren Pendants im guten alten Europa abgekoppelt zu haben.

Die Dynamik in den USA ist seit dem jedoch beachtlich. Doch es ist nicht nur die bessere operative Performance der US-Konzerne, es ist zu einem guten Teil auch simple „Bilanzkosmetik“. Dort werden Analysten zufolge alleine dieses Jahr eigene Aktien für rund 1,2 Bio. USD zurückgekauft. Mit Apple kauft in den USA ein einziges Unternehmen mehr eigene Aktien zurück als die gesamten europäischen Unternehmen zusammen. Doch auch Rückkäufe „auf Pump“ könnten für einen guten Teil der Ertragsausweitung stehen. In diesem Fall wäre das erhöhte Ertragsniveau allerdings alles andere als nachhaltig.

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