Grafik der Woche – Entzauberung der „griechischen Methode“

Umfragewerte für die Parlamentswahlen in Spanien im November 2015

 Quelle: Eigene Darstellung, Daten von Simple Logica

 Angela Merkel und Wolfgang Schäuble dürfte unsere Grafik der Woche ein Lächeln ins Gesicht zaubern – denn sie zeigt, dass sie „erfolgreich“ waren. Denn wer den Ausgang des Pokers rund um einen möglichen „Grexit“ lediglich auf Griechenland projiziert, macht einen großen Fehler. Mindestens so bedeutend wie die Disziplinierung des aufmüpfigen Tsipras war nämlich die Signalwirkung an die Wähler in Spanien. Immerhin hatten viele Iberer über Monate in den Umfragen mit der Protestpartei PODEMOS sympathisiert. Die erst im Jahr 2014 gegründete linke Partei (deutsch „Wir können“) hat in Teilen ähnliche Ziele wie die griechische Syriza.

Mit dem Anfang Juli geschlossenen Deal mit Griechenland haben die Eurokraten solche Bewegungen nun (zumindest temporär) in die Schranken gewiesen, denn die Botschaft ist klar: Wer offen mit einem Schuldenschnitt oder einem Euro-Austritt liebäugelt, bekommt am Ende noch grausamere Sparauflagen aufgebrummt. Als Resultat haben offensichtlich auch die Spanier die Lust am Konflikt mit der Eurozone verloren. Seit Januar haben sich nun die Zustimmungswerte für PODEMOS von rund 30% auf unter 15% mehr als halbiert. Die Gefahr eines „Tsipras 2.0“ in Brüssel ist damit zunächst gebannt – falls die Stimmung in Spanien nicht noch einmal drehen sollte.

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