Grafik der Woche – Welthandel „ohne Badehose“

Wachstumsraten des Welthandels (im Jahresvergleich)

Quelle: CPB Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis

Während bis vor wenigen Wochen die Börsen noch auf einer gefühlten „Wolke Sieben“ schwebten, zeigten einige Indikatoren für die weltweite Konjunktur schon länger massiv nach unten. So z.B. auch der weltweite Handel, der in den vergangenen Monaten praktisch nicht mehr wuchs. Nach Zahlen der niederländischen Statistikbehörde sind die globalen Handelsaktivitäten bereits seit August letzten Jahres massiv rückläufig.

Ein Chart, der möglicherweise zur Bewertung der Märkte derzeit wichtiger ist, als die Ausweitung der Bilanzsummen der Zentralbanken, insbesondere durch die Federal Reserve in den USA. Denn während genau im Sommer letzten Jahres die Anleihekäufe durch die Fed zurückgefahren wurden, begann der weltweite Handel kontinuierlich abzunehmen.

Interessanterweise mit einer leicht positiven Tendenz seit April des aktuellen Jahres – pünktlich nach Beginn des Quantitativen Easing durch die EZB. Was zeigt dieser Zusammenhang also? Zwar ist gerade die weltweite Konjunkturentwicklung viel zu komplex, um sie in einfachen Charts darzustellen.

Ein relativ simpler Zusammenhang drängt sich jedoch auf: Vermutlich ist die Weltwirtschaft so fragil, dass lediglich eine massive Geldflut für eine Belebung des Handels sorgen kann. Bleibt diese dagegen aus, gilt das alte Sprichwort von Warren Buffett: „Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer keine Badehose anhat.“

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