Grafik der Woche – Was die Fed glaubt und was die Fed tut…

Federal Funds Rate und die Erwartungshaltung der Fed und der Märkte

Quelle: JP Morgan Asset Management

Das große Ereignis wurde zum Non-Event – auch in ihrer Sitzung am 17. September ließ das FOMC, das Federal Open Market Committee der Federal Reserve, die Zinsen in den USA unverändert. Ebenfalls unverändert blieb jedoch auch weiterhin die Erwartungshaltung der US-Notenbank, denn noch immer gehen die 12 Mitglieder dieses obersten Entscheidungsgremiums von einer ersten Zinserhöhung in diesem Jahr und weiteren deutlichen Zinsschritten im Laufe der kommenden Jahre aus (siehe lila Linie im Chart).

Allerdings ist dies eine Erwartungshaltung, die die Fed nun schon seit langem vertritt. Passiert ist dagegen bislang wenig. Grund genug für die Märkte, ernste Zweifel an den Absichten der Fed zu hegen. Laut den Experten von JP Morgan Asset Management liegt die aus den Treasury-Renditen abgeleitete Erwartungshaltung der Märkte (siehe grüne Line im Chart) daher auch deutlich unter dem Ausblick der US-Notenbank.

Andere Beobachter gehen unter dessen deutlich weiter: Der Chief Strategist der asiatischen Investmentbank CLSA, Christopher Wood, geht z.B. von einer baldigen Wiederaufnahme eines neuen Quantitative Easing-Programmes durch die Federal Reserve aus. Investoren sollten sich daher eher fragen, wie die Aktienmärket und der US-Dollar darauf reagieren werden, nicht wie oft Frau Yellen an der Zinsschraube drehen wird. Denn ob die Märkte dann den Glauben in die Fed verlieren oder eine abermalige geldpolitische Lockerung euphorisch feiern werden, ist nach wie vor eine offene Frage.

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