Grafik der Woche – Ein Land, verschiedene Welten

China IndexQuelle: J.P. Morgan Asset Management

1997, als die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong an die Volksrepublik China angeschlossen wurde, wurden die Gemüter der verängstigten Hongkonger mit dem Spruch „Ein Land, zwei Systeme“ beruhigt. Nichts sollte sich an den Rahmenbedingungen in der Stadt am Victoria Peak verändern, auch nicht nach unter der Herrschaft Pekings.

Rund 20 Jahre später scheint dieses Prinzip in der politischen Sphäre mehr und mehr aufgeweicht zu werden, am Aktienmarkt lässt sich jedoch mehr als je zuvor von zwei Systemen sprechen. Dies zeigen die Experten von J.P. Morgan Asset Management in einem eindrucksvollen Chart.

Während die sogenannten A-Shares, die in Shanghai oder Shenzhen notieren, selbst nach dem dramatischen Kurssturz noch absurd teuer bewertet scheinen, notieren deren Pendants in Hongkong, die sogenannten H-Shares, auf absolutem Schnäppchenniveau. Während dort Bewertungen zwischen dem 6- und 7-fachen des laufenden Jahresgewinns abgerufen werden, zahlen Anleger in Shenzhen nach wie vor das 40 fache. Der im Medienfokus stehende Markt in Shanghai rangiert mit einem KGV von ca. 15 für 2016 irgendwo dazwischen. Was sagt diese Divergenz also aus?

Zunächst einmal verdeutlicht sie das spekulative Element, das in den beiden chinesischen „Inlands-Zockerbörsen“ steckt. Zum anderen zeigt aber die Bewertung in Hongkong die zunehmenden Zweifel der Investoren an der chinesischen Wachstumsstory.

Denn ein KGV von 6 lässt sich eigentlich nur begründen, wenn die Ertragsgrundlage sich zukünftig völlig anders darstellen wird. Im aktuellen Smart Investor lesen Sie in unserer Titel-Story unsere Einschätzung zur geplatzten China-Blase und die Meinung diverser Experten zu diesem Thema.

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