Grafik der Woche – Blinde unter Einäugigen

Anlageentscheidungen werden vor dem Hintergrund vorhandener Alternativen getroffen. Egal ob ein Markt fällt oder steigt, die Relativbetrachtung zeigt, in welche Branchen, Sektoren und Einzeltitel Anlagegelder tendenziell hinein-, und aus welchen sie herausfließen. Es ist schon viel geholfen, falls es gelingt, einen Bogen um die schwächsten Bereiche des Marktes zu machen. Wenn Anlagen über Monate und Jahre vernachlässigt werden, dann ist dies eine bedeutsame Information. Denn wo derart viel Rauch ist, da dürfte auch Feuer sein – und sei es auch nur ein mühsam in Schach gehaltener Schwelbrand.
Banks vs. Europe

Wählt man den STOXX Europe 600 KI als Universum, dann fällt vor allem die Schwäche der Bankaktien (STOXX Europe 600 Banks KI) auf. Die erste Abbildung zeigt diese „Einäugigen“ im Vergleich zum Gesamtmarkt (vgl. Abb. 1). Seit August letzten Jahres befindet sich der Sektor wieder in einer relativen Abwärtsbewegung, die sich zuletzt dramatisch beschleunigte. Solange sich an diesem relativen Trend nichts ändert, sollte die Branche gemieden werden.

DB vs Banks

Aus dem Blickwinkel einer Einzelaktie lassen sich vor allem zwei sinnvolle Vergleichsmaßstäbe finden – zum einen gegenüber dem Gesamtmarkt, zum anderen gegenüber dem eigenen Sektor.

Bei der Aktie der Deutschen Bank (WKN 514000) sieht es selbst gegenüber den schwachen Bankaktien (s.o.) düster aus. Die Frankfurter loteten hier jüngst neue relative Tiefs aus (vgl. Abb. 2). Unter den Einäugigen gehört die Deutsche Bank damit zu den Blinden.

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