Aktien Update – Nanogate AG

Die Nanogate AG, ein Spezialist für Hightech-Oberflächen und -Komponenten, hat die Übernahme von 80% am US-Kunststoffspezialisten Jay Plastics wie geplant vollzogen. Mit der Übernahme bekommt das Unternehmen einen Marktzugang in den USA, bekommt eigene Produktionskapazitäten in Ohio und erweitert seine Technologiebasis durch einige Produkte von Jay Plastics. Im laufenden Jahr soll der Umsatz inklusive des Zukaufs nun bei mehr als 150 Mio. EUR liegen, für das abgeschlossene Jahr 2016 rechnen Analysten mit ca. 106 Mio. EUR. Trotz der Transaktions- und Integrationskosten soll sich das EBITDA ebenfalls verbessern. Die Übernahme soll zu 25% in Aktien erfolgen, zu 75% aus bestehender Liquidität und neu abgerufenem Fremdkapital. Eine konkrete Prognose für 2017 wird das Unternehmen in den nächsten Wochen vorlegen, sobald die interne Planung abgeschlossen ist. Link zur Meldung

SI-Kommentar:

Mit dem Abschluss der Übernahme wächst der deutsche High-Tech-Konzern in eine völlig andere Dimension. Nach der Akquisition des deutschen Unternehmen Goletz gelingt Nanogate nun der Sprung über den großen Teich. Mit Jay Plastics schafft das Unternehmen damit eine gute Ausgangsbasis für das Wachstum auf diesem großen und wichtigen Markt.

Zwar sind die heutigen Produkte von Jay nicht auf dem gleichen technologischen Niveau wie die aus der Fertigung von Nanogate – bedingt durch ähnliche Zielmärkte und ein gleiches Technologieverständnis dürfte die Integration jedoch gelingen. So verfügen die Amerikaner über Erfahrungen in den Bereichen Werkstoff-, Prozess- und Komponenten-Engineering und besitzen eine Kompetenz in der sog. Metallisierung von Oberflächen und in der Beleuchtungstechnik. Mit hitzeresistenten Beschichtungen von Jay können auch Komponenten rund um stark erhitzte LED-Scheinwerfer bearbeitet werden.

Nachdem der Wachstumskurs der letzten Jahre vor allem Umsatzseitig ansehnliche und konstante Wachstumsraten einbrachte, könnte nun auch ertragsseitig die Zeit der Ernte anstehen. Zwar wird 2017 noch ein Übergangsjahr bleiben, welches von diversen Integrationskosten geprägt sein wird. Ab 2018 könnte sich aber auch Ertragsseitig eine erfreuliche Dynamik entwickeln. Anleger sollten auf die aktualisierte Guidance warten und die Aktie auf die Watchlist nehmen.

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