Grafik der Woche – Die französische Angelegenheit

Spreads gegenüber deutschen Bundesanleihen

GrafikQuelle: J.P. Morgan Asset Management

Die Wahl in Holland ist zugunsten der Etablierten ausgegangen, Geert Wilders als Regierungschef verhindert worden. Doch vor der Wahl ist nach der Wahl, vor allem im europäischen Superwahljahr 2017. Der Blick richtet sich daher nach Frankreich, wo im April die erste Runde der Präsidentschaftswahl ansteht. Und anders als in den Niederlanden, wo das in 14 Parteien zersplitterte Parlament einen extremen Wahlausgang verhindert, wird es dort auf eine Stichwahl hinauslaufen. Und an dieser wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Marine Le Pen teilnehmen.

Dass die Märkte dem Euro-Gegner Wilders ohnehin minimale Chancen gegeben haben, lässt sich auch an den Spreads zu deutschen Bundesanleihen ablesen. Diese waren bereits vor dem gestrigen Wahltag deutlich zurückgekommen. Etwas anders sieht es dagegen in Frankreich aus. Zuletzt verlangen Anleger bei zehnjährigen Papieren einen Aufschlag von ca. 0,7% – Tendenz steigend.

Sollte Marine Le Pen am Ende als Sieger feststehen, wäre die Fallhöhe dennoch erheblich. Obwohl es um Italien zuletzt deutlich ruhiger geworden ist, musste auch die Regierung in Rom zuletzt höhere Renditeaufschläge bezahlen – Beppe Grillo und dessen fünf Sterne Bewegung lassen grüßen. Es dürfte also spannend bleiben, denn das Wahljahr hat gerade erst angefangen.

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