Grafik der Woche – Ruhe vor dem Sturm

Quelle: J.P. Morgan Asset Management

Blickt man auf die langjährige Entwicklung der Kredit-Spreads bei europäischen Hochzinsanleihen scheint alles in Butter zu sein. Auch die Ausfallraten liegen mit 0,6% weit unter dem historischen Schnitt von 4,6%. Sind Junk Bonds also gar kein Junk? Vermutlich kaum. Doch der Einfluss der EZB ist auch an diesem Markt zu spüren. Da die Notenbank lediglich Investment Grade-Anleihen aufkauft, hat sie zwar keine direkte Wirkung, indirekt treibt sie mit ihrer Politik die Anleger jedoch in riskantere Titel. Die niedrigeren Ausfallraten müssen daher kein Beleg für die Solidität der Unternehmen sein, sondern zeigen lediglich an, dass es selbst „Junk-Emittenten“ immer leichter fällt, sich zu refinanzieren. Mittelfristig könnte es jedoch eine Ruhe im Sturm sein, die spätestens dann vorbei ist, wenn sich die EZB zurückzieht.

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