Grafik der Woche – Mann der Märkte

Nettovermögen der US-Notenbankpräsidenten im Jahr ihrer Ernennung (inflationsbereinigt)

Quelle: Daten laut BloombergGadfly

Mit der Ernennung von Jerome Powell zum Präsidenten der Federal Reserve beginnt nun das große Raten, was man von dessen Geldpolitik zu erwarten hat. Was alles andere als einfach ist. So äußerte sich Powell – damals noch als einfaches Mitglied des Offenmarktausschusses – kritisch über das dritte Quantitative Easing-Program seiner Vorgängerin Yellen. Anschließend stimmte er allerdings dennoch dafür. Wer wissen will wie Powell tickt sollte daher möglicherweise einen Blick auf seine Karriere und auf sein Vermögen werfen. So war er unter anderem für mehrere größere Investmentbanken tätig, bevor er sich der Private Equity Branche verschroben hat. Als Partner der global tätigen Carlyle Group dürfte er den größten Teil seines beachtlichen Vermögens verdient haben.

Dieses ist laut Daten von BloombergGadfly ein Vielfaches höher als das seiner Vorgänger (jeweils im Jahr ihrer Ernnnung). Darum sollte man ihm auch gar nicht neidisch sein. Powell dürfte aber um die Wirkung des billigen Geldes wissen. Schließlich basiert die Private Equity Branche zu einem großen Teil auf billig verfügbarem Fremdkapital. Er dürfte zudem einer der großen Profiteure der „Bubble in Everything“ zählen, die aktuell an den Märkten zu beobachten ist. Nach Informationen von Bloomberg hat er alleine knapp 60 Mio. USD in einen Indexfonds auf den Vanguard Total Stock Market investiert, der den gesamten US-Aktienmarkt abdeckt. Die Frage ist also, ob Powell seinesgleichen, also den Inhabern großer Aktienvermögen, mit seiner Geldpolitik tatsächlich schaden wird? Eine Frage, die sich bei Paul Volcker in den 80er Jahren kaum stellte. Er brachte es selbst inflationsbereinigt lediglich auf ein Vermögen von rund 140.000 USD.

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