Grafik der Woche – Hauen und Stechen

Der Frontverlauf rund um den Bitcoin im Speziellen und Kryptogelder im Allgemeinen ist verworren. Banken und Notenbanken dagegen, junge Startup-Unternehmer dafür? Ganz so einfach ist es nicht. Längst experimentieren auch staatliche Stellen mit eigenen Algorithmen und Banken haben das Geschäftsfeld für sich entdeckt. Es ist ein großes Hauen und Stechen bei dem inzwischen richtig viel Geld auf dem Spiel steht. So verbot die Notenbank von Katar gerade den Bitcoin-Handel. Anderenorts reichte ein „Krypto-Experte“ ein Kursziel von 50.000 USD bis Dezember 2018 herum. Der gute Mann ist so neutral, wie man es nur sein kann, wenn man für einen Krypto-Handelsplatz arbeitet. Oder hört man vielleicht besser auf den guten Rat eines frischgebackenen Teenager-Millionärs, der nun auch seinen Mitmenschen zu schnellem Reichtum verhelfen will? Oder lieber doch nicht? EZB-Direktor Mersch fordert zwar eine rigorose Überwachung, meinte aber gleichzeitig, dass sich die Zentralbanken dem Thema nicht gänzlich verschließen sollten. Auch von US-Regulierern waren differenzierte Töne zu hören. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die auch als Notenbank der Notenbanken bezeichnet wird, forderte ihrerseits eine schärfere Regulierung.

So könnte man das täglich fast beliebig fortsetzen, ohne zu einem abschließenden Urteil zu gelangen. Wer im Krypto-Geschäft unbedingt mitzocken will, könnte sich an kurzfristigen Trends orientieren, wie dem hier in rot eingezeichneten gleitenden 20-Tage-Durchschnitt. Oder an aktuellen Trendlinien (blau). Auch ein Oszillator könnte hilfreich sein, um in etwa abschätzen zu können, wo man sich im Zyklus befindet. Allerdings hat der Bitcoin bewiesen, dass er sich extrem lange in überge- bzw. überverkauftem Zustand einrichten kann, bevor eine Gegenbewegung einsetzt. Worauf wir hinauswollen: Fundamental gibt es am Bitcoin kaum etwas zu analysieren, denn er ist im Wesentlichen ein Spekulationsobjekt. Die Technische Analyse bietet dagegen wenigstens ein Instrumentarium, um sich öfter einmal auf der richtigen Seite der dort vorhandenen ausgeprägten Trends wiederzufinden. Eine Empfehlung ist das dennoch nicht.

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