Aktien-Update: Gazprom

Bildnachweis: Gazprom.

In den letzten Wochen ist es etwas ruhiger um den russischen Rohstoffmulti Gazprom (akt. Kurs 6,56 EUR, WKN 903276) geworden. Erst im Frühjahr hatte die Aktie jedoch eine fulminante Rally hingelegt. Immerhin kündigte das Unternehmen die Ausschüttung einer Rekorddividende von umgerechnet 0,5040 USD je ADR an, die den Aktionären im August tatsächlich zufloss. Der warme Geldregen hat die Aktie in den Fokus vieler Anleger rücken lassen, die Gazprom und die operativen Fortschritte des Unternehmens zuvor jahrelang übersehen hatten. Der heutige Ölpreisschock und der Anstieg des Ölpreises um knapp 10% könnten nun der Startschuss für eine Fortsetzung der Rally markieren.

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SI-Kommentar: Die Aktie von Gazprom bleibt attraktiv, trotz eines Kursplus von mehr als 50% in den letzten Monaten. Der bisherige Kursanstieg dürfte nämlich im Wesentlichen auf das Konto der deutlich erhöhten Dividende gehen. Mit 0,5040 USD je Aktie schüttete Gazprom mehr als doppelt so viel wie 2018 aus und signalisierte damit eine aktionärsfreundlichere Politik. Auch die diesjährige Dividende lag zwar deutlich unter den üblichen 50% des Jahresüberschusses, den halbstaatliche Unternehmen in Russland ausschütten sollen, das Management zeigt aber, dass der Weg klar in diese Richtung gehen soll.

Daneben wurde auch dem letzten Anleger klar, dass die Zeiten, in denen Gazprom von einem kleptomanischen Management ausgeplündert wurde, ganz offensichtlich der Vergangenheit angehören. Warum sollte man seine Aktionäre durch üppige Ausschüttungen erfreuen, wenn das eigentliche Ziel das Befüllen der eigenen Taschen ist? Putins Regierung hat mit seinem Rohstoffriesen offenbar so einiges vor und möchte diesen auch an der Börse zu einem nationalen Leuchtturm entwickeln. Der heutige Ölpreisschock durch den Ausfall saudischer Förderkapazitäten hat auch beim Gazprom-Papier für einen Schub nach oben gesorgt.

Der Hauptumsatzbringer von Gazprom ist allerdings Erdgas, das nur indirekt und mit zeitlichem Verzug am Ölpreis hängt. Gazprom besitzt allerdings auch rund 95% der Aktien von Gazpromneft, einem der größten Ölförderer Russlands. Stand heute sind diese Aktien knapp 30 Mrd. USD wert – Gazprom selbst lediglich mit 85 Mrd. USD bewertet. Die Öl-Tochter von Gazprom wird an der Börse allerdings nur mit einem KGV von knapp 5 für 2019 und 2020 bewertet, sollte also noch einige Luft nach oben haben. Gazpromneft gilt als hocheffizient und dürfte trotz des gedrückten Ölpreises selbst 2019 eine Eigenkapitalrendite von knapp 20% erwirtschaften.

Sollte sich Gazprom dazu entscheiden, Anteile an seiner Öl-Tochter abzugeben, könnte dies beim Gas-Multi zu einer ähnlichen Neubewertung wie zuletzt die Erhöhung der Dividende führen. Höhere Ölpreise machen ein solches Szenario deutlich wahrscheinlicher. Das schönste an der Gazprom-Aktie ist jedoch: Selbst wenn solch ein Katalysator ausbleibt, dürfte die Aktie noch einiges Potential nach oben haben. Lesen Sie die ausführliche Sum-of-the-Parts-Bewertung von Gazprom in unserer ausführlichen Analyse im Smart Investor 4/2019 auf S. 48.

 

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