Grafik der Woche – Von der Realität eingeholt

Nicht wenige Börsenbeobachter wähnen uns aktuell in der größten aller möglichen Blasen. Insbesondere der US-Aktienmarkt scheint sich völlig von den Gesetzen der Schwerkraft gelöst zu haben. Die Grafik der Experten von J.P. Morgan Asset Management zeichnet dagegen ein etwas anderes Bild. Über die letzten Jahre haben sich die Kurse der Aktien im S&P 500 nahezu parallel zu deren Erträgen entwickelt. Mit einer auffälligen Ausnahme: Im vierten Quartal 2018 rasselten die Kurse in den Keller – die Unternehmenszahlen fielen dagegen nach wie vor solide aus. Die Psychologie dürfte vielen Anlegern einen Streich gespielt haben.

Von heute auf morgen sahen  viele Anleger plötzlich dunkle Wolken am Konjunkturhimmel, die Angst vor einer Rezession sorgte für eine Flucht aus dem Aktienmarkt. Zwar zeigten sich die Daten 2019 tatsächlich von der schwächeren Seite, von einem wirtschaftlichen Kollaps war dagegen weit und breit nichts zu sehen. Kein Wunder also, dass sich auch der S&P 500 V-förmig erholen konnte. Nach der Rally in 2019 hängt die Zukunft allerdings wieder an der harten Realität. An die Dynamik der Vorjahre können die Gewinne aktuell nicht anschließen, allerdings fehlt es auch an Impulsen wie der Trump-Steuersenkung Ende 2017.

Richtig kritisch für die US-Märkte könnte es werden, sollte eine Kandidatin wie Elisabeth Warren 2020 ins Weiße Haus einziehen. Denn dann könnte die Unternehmenssteuersenkung von 2017 schnell zurückgenommen werden – mit entsprechend negativer Wirkung auf das Ertragsniveau.