Aktien-Update: Facebook Inc.

Bildnachweis: Facebook Inc..

Ein Umsatzwachstum von 25% und ein im Jahresvergleich um 13% gesteigertes operatives Ergebnis sehen auf den ersten Blick aus wie Zahlen, die bei den Anteilseignern eines Unternehmens gut ankommen. Nicht jedoch wenn das Unternehmen Facebook* (akt. Kurs 184,80 EUR, WKN A1JWVX) heißt und die Ansprüche der Aktionäre ein gutes Stück höher liegen als bei „normalen“ Konzernen. Zwar übertraf Marc Zuckerberg mit den vorgelegten Zahlen in fast allen Punkten die Erwartungen der Analysten (Ergebnis je Aktie von 2,56 USD vs. 2,53 USD, Umsatz von 21,08 Mrd. USD vs. 20,89 Mrd. USD). Die Börse ließ den Kurs am letzten Freitag dennoch um gut 7% abstürzen – rund 30 Mrd. USD Börsenwert wurden so vernichtet. Was hat der Börse an den Zahlen also nicht gefallen und was bedeutet dies für die Zukunftsaussichten des Social-Media-Giganten? Wir gehen dieser Frage in unserem Aktien-Update nach.

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SI-Kommentar: Die Skepsis der Anleger dürfte im Wesentlichen an zwei Punkten liegen: Verglichen mit 2018 stiegen die Kosten von Facebook mit 51% deutlich schneller als die Umsätze an. Das Unternehmen begründet dies mit Investitionen in die Sicherheit der Plattform und der Privatsphäre der Nutzer. Gleichzeitig warnte das Unternehmen vor weiteren Einschränkungen zielgerichteter Werbung durch regulatorische Veränderungen oder neue Privatsphären-Einstellungen, wie sie beispielsweise auf iPhones oder Android-Geräten vorgenommen werden können.

Im Conference Call mit Investoren sagte CEO Marc Zuckerberg, dass es sein Ziel sei in den nächsten Jahren in Sachen Privatsphäre eine ähnlich gute Reputation aufzubauen, wie sie das Unternehmen heute schon bezüglich guter und stabiler Services besitzt. Doch dieses Vorhaben kommt um einen kurzfristigen Preis, der von den Investoren offenbar unterschätzt wurde. Mittelfristig dürfte sich dieser Kurs jedoch bezahlt machen – und Facebook kann es sich angesichts der noch immer beeindruckenden Wachstumsraten locker leisten.

Für die nächsten Jahre dürften daher zwei Punkte entscheidend werden: Sobald die Investitionen in die Sicherheit der Plattform einen Zenit überschritten haben, werden sich die Margen angesichts der hohen Skalierbarkeit wieder erhöhen, wenn auch möglicherweise nicht ganz auf dem Level früherer Jahre (EBIT-Marge in 2018 45%, in 2019 34%). Gleichzeitig baut Facebook massiv neue Ertragssäulen auf (u.a. Shopping auf Instagram) und spricht mit seinen Diensten völlig neue Zielgruppen als Werbekunden an.

Die verschärften Privatsphären-Regelungen werden das Wachstum höchstwahrscheinlich bremsen, aber nicht wirklich abwürgen. Ein Unternehmen, dass noch einige Jahre mit 20% oder mehr wachsen kann, ein hoch skalierbares Geschäftsmodell besitzt ist allerdings mit einem Cash-adjustierten KGV von 19,5 für 2020 alles andere als teuer bewertet.