Grafik der Woche – Peak-Corona?

Screenshot https://covid19.healthdata.org/projections

Sind Sie es leid, die immer gleichen Grafiken roter Blattern zu sehen, die sich unaufhörlich über die Weltkarte ausbreiten?! Dann können wir Ihnen heute einmal eine andere Perspektive auf COVID-19 anbieten: Unter covid19.healthdata.org/projections veröffentlicht das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in Seattle Projektionen über den weiteren Verlauf der Pandemie in den einzelnen US-Bundesstaaten bzw. in den USA als Ganzes.

Einen Schwerpunkt bildet dabei der Abgleich dieses künftigen Verlaufs mit den verfügbaren Kapazitäten des US-Gesundheitssystems. Die „gute“ Nachricht: In 13 Tagen (Stand: 2. April) wird demnach die maximale Belastung erreicht werden. Allerdings werden zu diesem Zeitpunkt mehr als 87.000 normale Krankenhausbetten und knapp 20.000 Intensivbetten fehlen. Man kann sich leicht ausmalen, was das für die kranken Menschen bedeutet. Erst danach wird sich die Lage tendenziell entspannen. Auch auf die Frage, ob das Erreichen der Maximalbelastung eine unmittelbare Lockerung der sozialen Distanzierung zur Folge haben wird, gibt die Modellrechnung eine zumindest implizite Antwort: Nein, denn dieses Modell wurde unter der Annahme einer bis einschließlich Mai 2020 andauernden vollständigen sozialen Distanzierung errechnet. Das wiederum ist keine gute Nachricht, besonders wenn man sich die bereits heute steil in die Höhe geschossenen US-Arbeitslosenzahlen ansieht.

Natürlich muss man derartige Hochrechnungen mit Vorsicht genießen. Fehler können sich bei den Annahmen oder Parametern sowie im eigentlichen Rechenverfahren einschleichen. Die Problematik ist von den Klimamodellen hinlänglich bekannt, im Gegensatz zu diesen bekommen wir hier aber eine zeitnahe Rückmeldung darüber, wie gut das Modell die Realität tatsächlich beschreibt.