Editorial „Totalausfall“

Seit einiger Zeit hagelt es massive Kritik an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Nach Ansicht zahlreicher Verbandsvertreter wird der deutsche Mittelstand zwar in Sonntagsreden regelmäßig als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gepriesen. Konkret geschieht aber nichts zu dessen Entlastung. Dabei gäbe es viele Baustellen bei der Verbesserung von Rahmenbedingen, insbesondere beim Abbau von Bürokratie.

Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands „DIE FAMILIENUNTERNEHMER“ – er vertritt 180.000 Mitglieder (!) –, warf Altmaier in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAZ) vor Kurzem sogar „Antimittelstandspolitik“ vor. Mit seinem Projekt „Nationale Industriestrategie 2030“ bediene er ausschließlich Großkonzerne, der Mittelstand habe darin keinen Platz. Von der 70-Jahres-Feier des Verbandes Anfang Mai wurde der Wirtschaftsminister daher explizit ausgeladen; in einer unter Unternehmenslenkern von der FAZ durchgeführten Umfrage fielen in Bezug auf Altmaier schon mal Urteile wie „Fehlbesetzung“ oder „Totalausfall“.

Smart Investor beklagt die wirtschaftsfeindliche Politik in Deutschland (und in der EU) schon seit Langem. Die Regierung unter Merkel lässt eigentlich kein wichtiges Feld aus, auf dem sie die tragende Säule der deutschen Wirtschaft nicht malträtiert, schikaniert oder gar sabotiert – aber das haben wir ja schon zigfach in unseren früheren Ausgaben thematisiert. Gut, dass endlich auch die Betroffenen selbst auf die Barrikaden gehen.

Wir bei Smart Investor glauben nach wie vor an die Idee der Familiengesellschaft und haben uns deshalb in der diesmaligen Titelgeschichte mit familien- bzw. eigentümergeführten Unternehmen auseinandergesetzt und dabei zahlreiche Erfolgsstorys ausgegraben. Fündig geworden sind wir dabei sowohl im Ausland – wie die Artikel ab S. 6 und S. 18 zeigen – als auch in unserer Heimatstadt München, wo wir einige Bilanzpressekonferenzen von namhaften Firmen besuchten (S. 12). Dabei gestattete uns der Vorzeigeunternehmer Erich Sixt interessante Einblicke (S. 60).

Insbesondere bei großen Konzernen, die sich nicht im mehrheitlichen Besitz einer Familie befinden, sind die Anreizstrukturen der Aktionäre (Prinzipale) und der Manager (Agenten) nicht immer deckungsgleich. Dies kann ein Einfallstor für dritte Parteien sein, die mit eingeschleusten Agenten Entscheidungen herbeizuführen gedenken, die nicht zum Wohle des Unternehmens selbst sind. Mehr zu diesem Wirtschaftskrieg mit verdeckten Karten ab S. 20.

Familienfirmen werden oftmals auch von Beteiligungsgesellschaften bevorzugt. Schließlich ist hier das Problemfeld „Agent versus Prinzipal“ deutlich weniger ausgeprägt als bei rein managergeführten Unternehmen mit großem Streubesitz. Da sich Smart Investor während der letzten 15 Jahre eine Expertise in Sachen Beteiligungsunternehmen erarbeitet hat, waren wir gerne bereit, bei der Konzipierung für den ersten Fonds mit diesem Schwerpunkt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der „AFB – Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen“ (WKN: A2JQJC) hat in den ersten Wochen nach Notizaufnahme mit einem Plus von bereits 11% einen regelrechten Kavaliersstart hingelegt. Mehr Informationen zum AFB finden Sie in der nebenstehenden Anzeige.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lesezeit.


Ralf Flierl